Trends & Märkte

Produzenten geraten unter Kostendruck

Deutsche Nudelhersteller befürchten weiteren Anstieg der Hartweizenpreise


Berlin (p). Die deutschen Nudelhersteller und Hartweizenmühlen befürchten für 2007 eine weitere Erhöhung der Hartweizenpreise, die im vergangenen Jahr bereits drastisch gestiegen sind. Da Hartweizen der wichtigste Rohstoff der Teigwarenbranche ist, geraten die deutschen Produzenten damit noch stärker unter Kostendruck.

Frank Haack, stellvertretender Vorsitzender des Verbands der Teigwarenhersteller und Hartweizenmühlen Deutschlands e.V. (VTH), sowie Geschäftsleitung der Kampffmeyer Mühlen GmbH Werk Hildebrandmühlen Mannheim: „Die Recherchen in den wichtigsten Anbaugebieten zeigen, dass sich die Situation in keiner Weise entspannt. Im Gegenteil: Die ersten Informationen über die Ernte 2007 deuten darauf hin, dass wir mit weiter steigenden Preisen für Hartweizen rechnen müssen.“

Die deutschen Nudelproduzenten stellen mehr als 90 Prozent ihrer Teigwaren aus Hartweizen her, der aus klimatischen Gründen in Deutschland in zu geringem Umfang angebaut wird. Alexander Jess, Geschäftsführer des VTH: „Die deutschen Hartweizenmühlen, Hauptlieferanten der hiesigen Teigwarenindustrie, müssen sich aus diesem Grund auf dem Weltmarkt versorgen, insbesondere in Kanada und den USA. Dabei mussten sie im vergangenen Jahr Preiserhöhungen von rund 30 Prozent in Kauf nehmen. Da eine Veränderung der Situation nicht abzusehen ist, müssen die Verbraucher in nächster Zeit mit höheren Teigwaren-Preisen rechnen.“

Haack führt den Preisanstieg des Rohstoffs Durum-Weizen auf zwei Ursachen zurück. Zum einen fährt die EU ihre Subventionen für den Anbau von Hartweizen zurück, was zur Folge hat, dass beispielsweise die Bauern im wichtigen Hartweizen-Anbauland Italien ihre Produktion verringern. Die Nachfrage nach Hartweizen aus den USA und Kanada steigt daher. Insbesondere in den USA ist die Produktion aber zugleich ebenfalls rückläufig, da Bauern in den lukrativeren Anbau von Getreide für die Bioethanol-Herstellung wechseln.

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Teigwaren stieg im vergangenen Jahr auf das Rekordhoch von über sieben Kilogramm und hat sich damit seit Beginn der 90-er Jahre um mehr als 50 Prozent erhöht. Der Teigwarenabsatz nahm im Inland um rund vier Prozent zu. Die deutschen Hersteller, deren Produkte in der Regel im oberen Qualitätssegment angesiedelt sind, hatten dabei im Lebensmittelhandel einen Umsatzanteil von rund 50 Prozent. Die italienischen Markenprodukte lagen bei rund 23 Prozent und damit unverändert im Vergleich zu vorhergehenden Jahren.


Artikel vom 28.06.2007
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