Aktuell
Preis-Dumping in der Kritik
Auch Verbraucher befürworten angemessene LM-Preise
Bonn (age). Während Vertreter aus Organisationen und Politik vor dem Hintergrund des derzeitigen Fleischskandals fordern, den Verkauf von Lebensmitteln unter Einstandspreis zu verbieten, findet die Idee einer Unterbindung von Preis-Dumping bei Nahrungsmitteln auch unter den Verbrauchern überwiegend Zustimmung. Darauf hat die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) mit Bezug auf Ergebnisse einer aktuellen Studie hingewiesen. Danach halten Verbraucher angemessene Preise zur Sicherung und Steigerung der Produktqualität sowie zur Wertsteigerung für notwendig. Dies trägt nach Ansicht der Konsumenten dazu bei, entsprechende Kontrollen und damit auch bessere Produkte zu gewährleisten. Wie die CMA weiter berichtete, wird ein Dumping-Verbot primär für Grundnahrungsmittel wie zum Beispiel Milch, Fleisch, Geflügel, Gemüse oder Obst als wichtig erachtet. Ausgeführt wurde die Studie von dem Marktforschungsunternehmen Fichtler Wiegand, Düsseldorf, das dafür im November Gruppendiskussionen mit Qualitätskäuferinnen durchgeführt hat, die einen eigenen Haushalt führen. Die Auswertungen erfolgten nach Angaben der CMA auf der Basis von Gruppenexplorationen und flankierenden psychometrischen Verfahren.
Insgesamt wird deutschen Lebensmitteln den Ergebnissen der Studie zufolge ein guter Qualitätsstandard attestiert. Gleichzeitig wurde von den Beteiligten auch ein enger Zusammenhang zwischen Preis und Produktqualität gesehen. Billigangebote wiesen die Befragten aus Qualitäts- und Gesundheitsgründen deutlich zurück. Ein prinzipiell befürwortetes Verbot von Dumpingpreisen wird allerdings auch differenziert beurteilt. So stelle etwa die dafür erforderliche staatliche Regulierung einen Eingriff in die Marktwirtschaft dar, der als störend empfunden werden könnte, gaben die Befragten zu bedenken. Ebenso verwiesen sie darauf, dass finanziell schlechter gestellte Bevölkerungsgruppen dadurch Nachteile erleiden könnten.
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