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Original und Imitat
Bislang wenig Handhabe gegen Billig-Emmentaler
Berlin (age). Am deutschen Markt für Emmentaler sind offenbar Anbieter mit Käse unterwegs, der nicht den deutschen Vorschriften der Käseverordnung entspricht und auf einer Zwischenposition zwischen Analogkäse und traditionellem Emmentaler anzusiedeln ist. Trotzdem können die Lebensmittelkontrolleure dagegen derzeit wenig tun, wenn die Ware aus anderen EU-Mitgliedstaaten stammt, wo der Käse im Einklang mit den dort herrschenden Regeln erzeugt wurde.
Im Bundeslandwirtschaftsministerium will man nun prüfen, ob durch den als Emmentaler verkauften Käse deutsche Vorschriften umgangen werden. Zuvor will man sich im Berliner Agrarressort aber noch mit den Bundesländern abstimmen.
Konkret geht es um Käse, der, anders als für Emmentaler vorgesehen, nicht in mindestens 40 kg schweren Stücken oder Laiben, sondern in deutlich kleineren Einheiten hergestellt wird. Das ist billiger als das hierzulande vorgesehene Verfahren. Weil dieser Käse zudem häufig schon in geriebener Form in Deutschland auftaucht, ist nicht einmal mehr feststellbar, ob dieser Käse denn die typischen großen, runden Löcher hatte, wie sie bei richtigem Emmentaler entstehen. Als Ursprungsland der mit weniger Aufwand hergestellten Konkurrenzware ist unter anderem von den Niederlanden und Polen die Rede.
EU-Verordnung für Billig-Käse
Weil die EU-Mitgliedstaaten ihre Lebensmittelstandards gegenseitig anerkennen, ist gegen den Billig-Emmentaler wohl wenig zu machen. Aber auch in Deutschland soll es Interesse an den neuen Herstellungsmethoden geben. Abhilfe könnte eine EU-Verordnung schaffen, doch bis die auf den Weg gebracht ist, könnten am Markt schon Tatsachen geschaffen worden sein. Daher wird in Bayern als wichtigstem Produktionsgebiet auch eine Klage nicht ausgeschlossen.
Berufen können sich die Verfechter des hochwertigen Emmentalers immerhin auf eine Abmachung des Codex Alimentarius, dem internationalen Gremium für Lebensmittelstandards, in dem es auch Spielregeln für die Emmentaler-Herstellung gibt.
Produziert wird Emmentaler hierzulande vor allem in Bayern. Von dort ist zu hören, dass die Ware, die nicht den hiesigen Emmentaler-Kriterien entspricht, unter einer anderen Bezeichnung verkauft werden sollte.
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