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Nahversorgung ohne Hürden

ZDH: EU soll keine verkehrspolitischen Kompetenzen an sich ziehen


Berlin (p). Die Abhängigkeit des Handwerks vom flexiblen Einsatz eigener Fahrzeuge wird von der Verkehrspolitik häufig nur unzureichend beachtet. In den letzten Jahren nahmen hier die Belastungen erheblich zu. Die Einrichtung von Umweltzonen und die Einführung der digitalen Tachographen sind nur zwei Beispiele. Zukünftig drohen weitere Probleme – die Umgestaltung der Kfz-Steuer, Qualifikationspflichten für Kraftfahrer und Überlegungen zu Citymaut-Systemen.

Die große Bedeutung der verkehrspolitischen Rahmenbedingungen wird auch durch die Ergebnisse der ZDH-Umfrage „Was bewegt die Handwerker“ verdeutlicht.

Die wichtigsten Ergebnisse: Der Umfang des Fuhrparks liegt bei knapp der Hälfte der Betriebe zwischen 1 und 3 Fahrzeugen. 40 Prozent verfügen über 4 bis 10 Fahrzeugen, wobei der leichte Transporter das typische Fahrzeug ist.

Der Fahrzeugbestand ist entgegen landläufiger Meinung keineswegs stark überaltert. Etwa 60 Prozent der Fahrzeuge sind sechs und weniger Jahre alt. Allerdings sind die Fuhrparks sehr differenziert strukturiert. Die meisten Betriebe halten auch ältere Fahrzeuge. 92 Prozent der Betriebe haben mindestens ein dieselbetriebenes Fahrzeug.

Die Einführung der Umweltzonen trifft die Handwerksbetriebe daher besonders. Spätestens die zweite Stufe der Umweltzonen kann eine Existenzbedrohung bedeuten. Je nach Ausgestaltung könnten in zwei oder drei Jahren bis zu 40 Prozent der Fahrzeuge und bis zu drei Viertel der Betriebe in den Umweltzonen betroffen sein, so der ZDH.

Die Politik in Städten, Ländern und im Bund ist dringend aufgefordert, angemessene Übergangsfristen und Fördermöglichkeiten zur Nachrüstung leichter LKW zu schaffen.

Entlastung durch kurze Wege

Eine umweltgerechte Stadt, ohne unnötigen Verkehr und Feinstaub, kann nur über den Erhalt innerstädtischer Handwerksbetriebe gesichert werden, die mit ihrem Leistungsangebot „der kurzen Wege“ zu einer Entlastung der Umwelt beitragen. Stadtverkehrsfragen müssen deshalb weiterhin in den Städten und Regionen gelöst werden – Hand in Hand mit den ansässigen Betrieben.

Der ZDH spricht sich entschieden dagegen aus, dass die EU durch das kürzlich vorgelegte „Grünbuch Stadtverkehr“ weitere verkehrspolitische Kompetenzen an sich zieht.


Artikel vom 29.04.2008
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