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Nahrungsmittel sind keine Preistreiber

Minister Seehofer verteidigt Entwicklung / Verbraucherpreise 2007 um 2,2% gestiegen


Berlin (ke). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden meldet, wird sich der Verbraucherpreisindex in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2007 voraussichtlich um 2,2 Prozent erhöht haben.

Eine ähnlich hohe Teuerungsrate wurde zuletzt für das Jahr 1994 (+ 2,7 %) ermittelt. Der merkliche Anstieg der Inflationsrate in 2007 sei hauptsächlich durch die überdurchschnittlichen Preissteigerungen bei Haushaltsenergie und Kraftstoffen sowie – in der zweiten Jahreshälfte – bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken gekennzeichnet.

Leichte Entspannung

Im November hatten sich die Preise durchschnittlich um 3,1 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres erhöht. Dabei lagen die Preise für Nahrungsmittel um 5,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Auch wenn daran Milch und Milcherzeugnisse mit einem Plus von mehr als 25 Prozent den größten Anteil daran hatten, verteuerten sich auch Backwaren (ohne Dauerbackwaren) um 6,2 Prozent. Im Dezember 2007 wird sich der Preisindex – nach vorliegender Auswertung aus sechs Bundesländern – gegenüber Dezember 2006 voraussichtlich um 2,8 Prozent erhöhen. Die Wiesbadener Statistiker führen die leichte Entspannung im wesentlichen auf die zuletzt wieder sinkenden Kraftstoffpreise zurück.

Dennoch sind „Nahrungsmittel keine Preistreiber“, sagte Horst Seehofer, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, in Berlin. Das Gegenteil sei der Fall: „Die Verbraucherpreise für Lebensmittel in Deutschland sind über viele Jahre hinweg deutlich langsamer gestiegen als die Verbraucherpreise insgesamt. Sie haben damit maßgeblich zur Dämpfung des Anstiegs der Lebenshaltungskosten beigetragen.“ Der jährliche Verbraucherpreisanstieg für Nahrungsmittel (einschließlich alkoholfreier Getränke) habe zwischen 1991 und 2006 bei 0,9 Prozent gelegen, während die Verbraucherpreise insgesamt in diesem Zeitraum um jährlich zwei Prozent zunahmen.

Selbst die Preissteigerungen der letzten zwölf Monate seien bei den Nahrungsmitteln moderat ausgefallen im Vergleich zum Verbraucherpreisindex insgesamt. „Angesichts dieses geringen Anteils der Nahrungsmittelpreise an den Preissteigerungen insgesamt, möchte ich vor vorschnellen Rückschlüssen bezüglich der Lebensmittelpreise warnen. Man muss die Preisentwicklung über einen längeren Zeitraum beobachten“, erklärte der Minister.

Vor allem bei den Milchprodukten lasse der Preisanstieg aktuell bereits wieder nach, da sich die Situation auf dem Milchmarkt entspanne. Seehofer weiter: „Wir werden sicherlich in Zukunft durch die Liberalisierung der Agrarmärkte und der geräumten Interventionslager die Funktion des Preises als Indikator für das Verhältnis von Angebot und Nachfrage eher zu spüren bekommen. Dennoch sind viele Nahrungsmittel immer noch billiger als vor 20 Jahren.“


Artikel vom 03.01.2008
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