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Nahrungsmittel haben Vorrang vor Bio-Treibstoffen
EU: Subventionierung der Biomasseproduktion zur Spritherstellung wäre nicht mehr gerechtfertigt

Die Produktion von Getreide dient in erster Linie der Versorgung mit Nahrungsmitteln. Foto: Kauffmann Foto: Kauffmann
Das Parlament ruft die Kommission ferner dazu auf, zur Vermeidung künftiger Krisen Lebensmittelvorräte anzulegen. Die gegenwärtigen EU-Getreidevorräte reichten gerade mal für 30 Tage. Die Weltmarktpreise für Weizen seien in den 36 Monaten vor dem Februar 2008 um 181 Prozent gestiegen, die Preise für Reis seit Januar 2008 um 141 Prozent und die Lebensmittelpreise weltweit insgesamt um 83 Prozent, heißt es in dem Papier weiter. Dieser Preisanstieg habe die internationalen Ziele zur Armutsbekämpfung um sieben Jahre zurückgeworfen. Der Welternährungsgipfel hatte sich im Jahr 1996 das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2015 die Zahl der hungernden Menschen zu halbieren. Während in den Entwicklungsländern nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) 60 bis 80 Prozent der Verbraucherausgaben auf Lebensmittel entfielen, seien es in Industrieländern nur 10 bis 20 Prozent.
Nach Meinung des Parlaments ist die derzeitige Nahrungsmittelkrise unter anderem die Folge zunehmender Spekulation mit landwirtschaftlichen Rohstoffen. Sie sei außerdem eng mit der Finanzkrise verbunden; die Liquiditätsspritzen, mit denen die Zentralbanken Konkurse hätten abwenden wollen, hätten möglicherweise spekulativen Investitionen in Rohstoffe Vorschub geleistet.

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