Trends & Märkte

Nahrungsmittel als Randerscheinung

Im Durchschnitt belief sich der Anteil an den gesamten privaten Verbrauchsausgaben 2003 auf nur 13,9 Prozent


Wiesbaden (age). Die Ausgabenstruktur der privaten Haushalte in Deutschland hat sich im Zeitraum 1998 bis 2003 weiter verschoben. Das mit Abstand meiste Geld verschlingen inzwischen Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung, gefolgt von den Ausgaben für Verkehr. Wie aus einem aktuellen Bericht des Statistischen Bundesamtes zu den Ergebnissen der Einkommens- und Verbrauchsstichproben (EVS) weiter hervorgeht, lagen die Ausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren im Jahr 2003 nur noch an dritter Stelle. Die durchschnittlichen Monatsausgaben der privaten Haushalte beliefen sich hierfür im Berichtsjahr auf 272 Euro; das waren 3,9 Prozent mehr als 1998, jedoch 3,6 Prozent weniger als 1993. Damit verwendeten die Privathaushalte im Bundesgebiet im Jahr 2003 im Mittel lediglich noch 13,9 Prozent ihrer Konsumausgaben für den Kauf von Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren.

Rückgang um 3 Prozent

Zehn Jahre zuvor waren es noch 16,9 Prozent gewesen. In diesen Zahlen sind die Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Verpflegungsdienstleistungen, dass heißt den Verzehr von Speisen und Getränken außer Haus sowie warme Fertiggerichte, nicht enthalten. Diese werden in der EVS ebenfalls erfasst und nachrichtlich ausgewiesen. Die monatlichen Ausgaben dafür sind von durchschnittlich rund 83 Euro je Haushalt im Jahr 1998 auf etwa 87 Euro im Jahr 2003 gestiegen.

Für Nahrungsmittel allein gaben die privaten Haushalte in Deutschland 2003 laut Angaben des Statistischen Bundesamtes im Mittel 197 Euro monatlich aus; das waren 2 Euro mehr als 1998. Im gleichen Zeitraum stiegen die Preise für Nahrungsmittel um 4,2 Prozent. Bei unverändertem Nahrungsmittelkonsum wäre eine wertmäßige Ausgabensteigerung für Lebensmittel in dieser Größenordnung zu erwarten gewesen. Real gingen die Ausgaben jedoch um 3,1 Prozent zurück. Die Ausgabenstrukturen im Nahrungsmittelbereich sind gemäß Darstellung der Wiesbadener Statistiker im Vergleich zu 1998 nahezu unverändert geblieben. Mit 47 Euro im Monat oder 24,0 Prozent der gesamten Lebensmittelausgaben wurde 2003 das meiste Geld für Fleisch und Fleischwaren aufgewendet.

Brot und Getreideerzeugnisse

Zweitgrößter Posten waren mit 37 Euro die Ausgaben für Brot und Getreideerzeugnisse, was einem Anteil von 18,6 Prozent entsprach. Es folgten die Ausgaben für Molkereiprodukte und Eier mit 32 Euro beziehungsweise 16,2 Prozent. Die Aufwendungen für Gemüse einschließlich Kartoffeln hatten mit 23 Euro einen Anteil von 11,9 Prozent; für Obst wurden im Berichtsjahr monatlich 20 Euro oder 10,1 Prozent ausgegeben. Die größte Verschiebung gegenüber 1998 wurde bei den Ausgaben für Fleisch und Fleischwaren verzeichnet; der Anteil an den gesamten Nahrungsmittelausgaben sank hier bis 2003 um 1,7 Prozentpunkte.


Artikel vom 03.08.2006
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