Aus-_Weiterbildung
Nachwuchsgewinnung als strategische Aufgabe
Drohender Fachkräftemangel: Berliner Wirtschaft auf Werbetour / Bäckerei Sommer als „Bester Ausbildungsbetrieb“ ausgezeichnet
Berlin (schl). Bundesweit mobilisiert der drohende Fachkräftemangel und die mangelnde Qualifikation der Kandidaten inzwischen Unternehmen und Verbände. Unter dem Motto „Nur wer sät, kann auch ernten“ machten in Berlin die Handwerksorganisation sowie die Industrie- und Handelskammer mit einer stadtweiten Plakataktion auf die Notwendigkeit einer fundierten Ausbildung aufmerksam. Unterstützt wurde die Kampagne von einem Außenwerber, der rund 900 beleuchtete Flyer kostenlos zu Verfügung stellte, und verschiedenen lokalen Medienpartnern.
„Bester Ausbildungsbetrieb“
Die werbewirksame Initiative ist Teil des Wettbewerbs „Bester Ausbildungsbetrieb“, den die beiden Kammern zum fünften Mal ausgelobt hatten. Die Siegerehrung von insgesamt 60 Unternehmen fand im Rahmen der diesjährigen „Tage der Berufsausbildung“ auf der You, Europas größter Jugendmesse, statt. Damit wurde der vorbildliche gesellschaftliche Einsatz vieler Firmen öffentlich gemacht und gleichzeitig die Bereitschaft zur Schaffung weiterer Lehrstellen gestärkt. Mit direktem Bezug zum Bildungsgipfel betonte Handwerkskammer-Präsident Stephan Schwarz: „Wenn wir dem Fachkräftemangel entgegenwirken wollen, müssen wir unserer Jugend eine solide und zukunftssichere Ausbildung anbieten!“ Betriebe, die sich ihren eigenen Branchennachwuchs durch Ausbildung sicherten, handelten vorbildlich und vorausschauend zugleich. Unter den 20 Preisträgern aus dem Handwerk war auch die Bäckerei Ralf Sommerwerk. Der in vierter Generation bestehende Familienbetrieb ist seit 1986 in Köpenick ansässig und hat seitdem rund 90 Lehrlinge ausgebildet. Mit bestem Erfolg. Zwei Azubis beendeten ihre Lehrzeit mit Auszeichnung, zwei weitere siegten im Landeswettbewerb.
Alle Werbepotenziale nutzen
Insgesamt 20.000 junge Leute nutzen die zweitägige Veranstaltung, um sich unter dem Slogan „Finde Deine Zukunft!“ praxisnah informieren und beraten zu lassen. Leckeres Spritzgebäck lockte viele Interessenten an den Stand der Berliner Innung.
Die Zunft, die wegen der für Jugendliche wenig attraktiven Arbeitzeiten ohnehin schon seit Jahren stets händeringend Nachwuchskräfte sucht, muss im Run um Ausbildungswillige sämtliche Werbepotenziale nutzen. Durchschnittlich etwa ein Drittel weniger Bewerber registrierten die rund 140 ausbildenden Bäckereien in diesem Jahr.
Um auch schwer vermittelbaren Jugendlichen einen Start ins Berufsleben zu ermöglichen, fördern der Staat und das Land Berlin diverse Ausbildungsangebote. So wurde zum Berufsjahr 2008/2009 das „Bund-Länder-Programm Ost“ mit 977 außerbetrieblichen Lehrstellen für unvermittelte Bewerber auf 3500 aufgestockt.
Bewährt hat sich auch die vom Schul- und Weiterbildungsverein des Bäckerhandwerks Berlin e.V. initiierte Verbundausbildung. Die Lehrzeit beträgt drei Jahre. 14 Monate davon in der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks Berlin-Brandenburg. Danach sind sie in Bäckereien tätig.
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