Meinung

Mitwachsendes Programm bringt Licht ins Dunkel

Die Branchensoftware bro:Tplus soll für weitere Hersteller geöffnet werden


Frank Rennebarth ist Projektleiter von bro:Tplus, einer Branchensoftware für das backende Gewerbe, die im Auftrag des Zentralverbandes des deutschen Bäckerhandwerks entwickelt und vertrieben wird. Seit März nicht mehr im Boot ist der Programmentwickler Markus Messemer, da über das weitere Vorgehen bei der Entwicklung keine Einigung erzielt werden konnte. Deshalb werden jetzt die Schulungen von André Weichert durchgeführt.

ABZ: Wie wird bro:Tplus bei den Bäckern angenommen? Nutzen es auch Konditoren?

Frank Rennebarth: bro:Tplus wird nach wie vor von den Bäckern sehr gut aufgenommen. Mittlerweile haben bereits über 1000 Bäcker bro:Tplus bei sich zu Hause. Viele Bäcker sind sehr erfreut darüber, dass es dieses Programm mit seinen vielen Möglichkeiten gibt und dass sich eine Innungsmitgliedschaft beim Kauf deutlich auszahlt. Die 1000 Euro Rabatt auf den Kaufpreis (von 1200 auf 200 Euro) empfinden die Verbandsmitglieder als besondere Würdigung ihrer Innungstreue.

Auch mit dem Konditorenbund hat der Zentralverband eine Vereinbarung zur Nutzung von bro:Tplus geschlossen. Konditoren bekommen bro:Tplus für 250 Euro. Für Konditoren (und eigentlich auch für jedes Nahrungsmittelhandwerk) ist bro:Tplus gleichermaßen gut geeignet. Die Konditoren müssen lediglich die Gewichte ihrer Zutaten kennen, da die Rezepturen in bro:Tplus hauptsächlich in kg und nicht in Stück verwaltet werden, denn Nährwerte müssen nach Gesetz auf 100 g angegeben werden.

Welche Bestandteile sind den Bäckern besonders wichtig?

Rennebarth: Die beiden Hauptbestandteile sind die Teilkostenrechnung und die Nährwertberechnung. Bei den Nährwerten errechnet bro:Tplus die sog. Big8 auf 100 Gramm Gebäckgewicht und zeigt zusätzlich die Allergene an. Damit kann der Bäcker seinen Kunden eine umfassende Information geben und dies als Kundenservice verkaufsfördernd nutzen.

Bei der Teilkostenrechnung wird ermittelt, wie viel Deckungsbeitrag ein Produkt für das Unternehmen liefert. Ein Bäcker hat oft ein sehr großes Sortiment und weiß dabei nicht immer, welche Produkte gewinnsteigernd und welche verlustbringend sind. bro:Tplus bringt hier Licht ins Dunkel und hat schon bei einigen Bäckern zu deutlichen Gewinnverbesserungen geführt.

Wie klappt die Anbindung über die Schnittstellen?

Rennebarth: Nachdem wir uns im letzten Jahr noch vorwiegend um die Verbesserung der Software selbst gekümmert haben, liegt in diesem Jahr der Fokus ganz klar auf der Realisation weiterer Schnittstellen. Zu den Programmen der Firmen Bizerba, Samuelson, L-Control und Zahlwerk gibt es bereits Schnittstellen. So gut wie fertig sind Schnittstellen zu aws (ThorBack) und Winback. Mit weiteren Anbietern laufen Gespräche. Das ehrgeizige Ziel ist es, bis zum Jahresende zu allen Kassen- und Softwareherstellern in der Backbranche eine Schnittstelle zu realisieren.

Was wird es Neues bei bro:Tplus geben?

Rennebarth: Es gibt immer wieder neue Elemente bei bro:Tplus. Das Programm ist so konzipiert, dass es automatisch nach Programmneuerungen sucht, wenn der Computer über's Internet angeschlossen ist. Bislang sind bereits viele Verbesserungen realisiert worden. Jeder Bäcker hat die Möglichkeit, an der Verbesserung mitzuwirken. Dies ist ein „Mitmachprogramm“ von Bäcker für Bäcker. Wer einen Verbesserungsvorschlag hat, ist gerne willkommen und wird gebeten, diesen auf der Homepage von www.brotplus.de in das Forum einzustellen.

Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, Rezepturen auszutauschen. Jeder Bäcker kann mit Kollegen seine Rezepturen als Datei austauschen. Auch für Erfa-Kreise ist dies eine gute Sache.

Neu wurde jetzt dazu ein Verbraucherinformationssystem vorgestellt – mehr in der nächsten Ausgabe. (pf)


Artikel vom 10.07.2008
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