Wirtschafts- & Firmeninfos
Mit Kurs auf das Ökobrot
„De Maekelboerger“ will eine Biobäckerei bauen
Wurstermark (p). Der größte Bäckereibetrieb aus Mecklenburg-Vorpommern wird seine Produktion im Güterverkehrszentrum Wustermark (GVZ) ausbauen. Die „De Maekelboerger Back- und Konditoreiwaren GmbH und Co KG“ aus Neubrandenburg will dort im kommenden Jahr vier Millionen Euro investieren und eine Biobäckerei errichten, wie die Märkische Zeitung berichtet.
„Sie soll auf unserem Grundstück neben dem jetzigen Betrieb entstehen“, sagte Geschäftsführer Wolfgang Lampel. „De Maekelboerger“ hatte im Sommer 2004 die Wustermarker Großbäckerei „Der Havelbäcker“ und deren zahlreiche Filialen übernommen, um auf dem Berlin-Brandenburger Markt Fuß zu fassen.
Seit der Übernahme wurde der Standort im GVZ ausgebaut, die Zahl der Beschäftigten beim „Havelbäcker“ stieg in Produktion und Verkauf von damals 140 auf aktuell 330. „15 bis 20 Neueinstellungen am Anfang“, stellte Lampel für die Biobäckerei in Aussicht.
„Noch sind wir in der Planungsphase“, so der Unternehmenschef über das Ökoprojekt. Im September/Oktober sollen die Bauanträge gestellt werden. Im Januar 2007, hofft Lampel, könnte die Baugenehmigung vorliegen, im Frühjahr der erste Spatenstich erfolgen und im Herbst die Produktion beginnen. „Wir wollen dann sowohl unsere eigenen Filialen als auch andere Abnehmer mit Biobackwaren versorgen. Außerdem liefern wir Tiefgefrorenes europaweit aus“, kündigte er an. „Der Havelbäcker“ in Wustermark hat derzeit 40 eigene Läden, beliefert werden außerdem 135 Kaiser's Backshops und 120 Netto-Märkte in Berlin und Brandenburg.
„Wir denken sogar darüber nach, eigene Biofilialen zu eröffnen“, sagte der Geschäftsführer, der auf Qualität und kulinarische Erlebnisse setzt. „De Maekelboerger“ betreibt in Stralsund und Neubrandenburg drei Feinschmeckerläden. Ähnliches hält Lampel auch im Berliner Raum für denkbar.
Die Bio-Schiene ist für das Unternehmen, das in Mecklenburg, Brandenburg und Berlin insgesamt 1100 Arbeitskräfte beschäftigt und mehr als 400 Läden beliefert, ein neues Feld. Sie passe aber zur Firmenphilosophie, so Lampel.
Das Motto lautet „Zurück zu den Ursprüngen“. Ziel seien Qualität und so wenig Zusatzstoffe wie möglich. „Im Biobereich gibt es da hohe Auflagen, die wir erfüllen wollen“, so der Neubrandenburger. Wichtig sei nicht irgendeine Zertifizierung. „Wir möchten einen hohen Standard und würden gern mit einem Ökoverband wie Bioland oder Demeter zusammenarbeiten“, sagte Lampel. Konkret sei noch nichts vereinbart. Wer die Rohstoffe fürs Ökobrot liefert, steht auch noch nicht fest.
Die geplante Biobäckerei ist für das Unternehmen ein erster Schritt. Lampel will nicht ausschließen, dass langfristig ein völliger Übergang zur Ökoproduktion möglich wäre.
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