Markt & Meinung

Misswirtschaft wird sozialisiert


Wir wundern uns immer, warum Gebühren, Steuern und sonstige Formen der moderner Wegelagerei stetig steigen. Sicher trägt da der nimmersatte Verwaltungs- und Staatsapparat seinen Teil dazu bei. Aber es gibt noch schlimmere Steuertreiber als die Steuereintreiber und -verwalter. Man denke doch nur an die Umtriebe bei VW, auch Hartz V genannt, an die Machenschaften bei der Auftragsakquisition von Siemens und an das verzockte Geld bei verschiedenen Landesbanken und bei der IKB, einer Tochter der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die speziell dem Handwerk und dem Mittelstand finanziell unter die Arme greift. Erschwerend kommt hinzu, dass die Verantwortlichen nicht wirklich zu Verantwortung gezogen werden. Im Gegenteil, die werden mit Goldenem Handschlag verabschiedet – sprich Abfindungen in Millionenhöhe und Pensionen, für die ein anständiger Arbeitnehmer mehrere 100 Jahre brav einzahlen müsste. Und wenn sich einer dieser Spitzenmanager aufgrund solider Arbeit zufällig länger halten sollte, ist er gezwungen, mit Lichtenstein zu kooperieren, um mit den erfolgreich abgefundenen Kollegen finanziell gleich zu ziehen. Jetzt mag es auf den ersten Blick gut sein, dass es so doch einige Zeitgenossen mit komfortabler finanzieller Ausstattung gibt, die beim Einkauf in der Bäckerei nicht auf den Cent achten müssen. Außerdem gibt es ja noch die Möglichkeit, Bewirtungskosten steuerlich geltend zu machen... Die Sache hat nur einen Haken. Unternehmensverluste, wie etwa bei den Banken, werden meist sozialisiert. Das heißt Bund oder Länder springen finanziell ein, Mitarbeiter werden entlassen und die Steuern müssen wieder erhöht werden. So ist auch das Bäckerhandwerk von der Misswirtschaft in den Chefetagen der Unternehmen direkt betroffen. Schließlich füttert man nicht nur die raffzähnigen Konzernlenker (int. CEO= Chief Executive Officer) und Frühstücksdirektoren (int. CBD=Chief Breakfast Direktor) mit durch. Der angerichtete Schaden mindert auch die Kaufkraft. Aber im Bäckerhandwerk ist man ja Kummer gewohnt und kann zum Glück auch auf eine gewisse Frühstückskompetenz setzen.... Reinald Wolf



Artikel vom 28.02.2008
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Fokus vom 28.02.2008:

Einfach nicht ignorieren
Bäckersnacks und Kaffee weiter im Trend
Was macht die Hefe eigentlich im Teig?
Berechtigte Skepsis
Mehlpreise abgesprochen?
Konjunkturklima überrascht positiv
Schaufenster für Bio-Bäcker
„Bestes Bio – Fair für alle“
Energiekonzept prämiert
Otto Engelmann verstorben

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Fokus


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Dinkel-Hirse-Brot
Rezept der Woche Ballaststoffreiches Brot mit langer Frischhaltung mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!