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Milchsäure aus Roggen

Grundstein für Pilotanlage zur Milchsäureproduktion


Potsdam (ke). Brandenburgs Agrarminister Dietmar Woidke hat im Leibniz-Institut für Agrartechnik (ATB) in Potsdam-Bornim den Grundstein für den Bau einer Pilotanlage zur Milchsäureproduktion aus Roggen gelegt. Die Anlage soll eine effiziente Veredelung von Inhaltsstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen, beispielsweise aus Roggen, zu innovativen Produkten im Non-Food-Bereich ermöglichen.

Als Hauptprodukt wird Milchsäure gewonnen, die zu einer Vielzahl von Produkten weiterverarbeitet werden kann, zum Beispiel zu Lösungsmitteln oder biologisch abbaubaren Kunststoffen. Anwendung finden diese Stoffe bei der Herstellung von chirurgischen Implantaten, Folien oder Einweggeschirr.

Das Verfahren zur Herstellung von hochreiner Milchsäure wurde am ATB gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung (Uhde Inventa-Fischer, Berlin, und Fraunhofer Institut für Angewandte Polymerforschung, Golm) entwickelt. Gegenüber herkömmlichen, diskontinuierlichen Verfahren sind bis zu dreifach höhere Milchsäureausbeuten erreichbar. Aus einer Tonne Roggen können 100 Liter hochreine Milchsäure gewonnen werden.

Die Kosten für die neue Pilotanlage belaufen sich auf insgesamt 3,2 Mio. Euro. Davon wurden 2,4 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) über die Investitions-Bank des Landes Brandenburg (ILB) zur Verfügung gestellt. Das Land und das Bundeslandwirtschaftsministerium übernehmen jeweils 12,5 Prozent der Investitionssumme.

Die Pilotanlage, die Mitte 2006 fertig gestellt sein wird, dient dazu, Forschungsergebnisse unter praxisnahen Bedingungen umzusetzen und ökonomisch zu bewerten. Zudem sollen Produktmuster für die spezifischen Anforderungen der Weiterverarbeiter hergestellt werden.


Artikel vom 25.08.2005
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