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Mehr als nur ein Gewürz

Die in Weihnachtsgebäck gern verwendete Nelke ist Heilpflanze des Jahres 2010


Lausnitz (ke). Der Gewürznelkenbaum (Syzygium aromaticum) die Heilpflanze des Jahres 2010. Damit entschied sich die Jury des Naturheilvereins Theophrastus (NHV) erstmalig für eine nicht in Europa heimische Pflanze. Sie stammt aus Indonesien und braucht zum Gedeihen tropisches Klima. Der Verein kürt seit 2003 die „Heilpflanze des Jahres“ und möchte mit dieser Initiative auf Schätze der Natur aufmerksam machen, die durch einen sinnvollen Gebrauch – und sei es auch „nur“ als Gewürz – manches Leid lindern oder heilen.

Die Blütenknospen der Gewürznelke geben nicht nur Weihnachtsgebäck oder dem Punsch ein besonderes Aroma, sondern sind auch in der Schulmedizin und in der Komplementärmedizin von Bedeutung. Das ätherische Öl des Baumes hilft gegen Zahnschmerzen und wird unterstützend zur Behandlung von Diabetes eingesetzt, begründet der Naturheilverein seine Entscheidung. Die exotische Heilpflanze wirkt entzündungshemmend, schmerzstillend und antibakteriell, regt den Appetit an und fördert die Verdauung.

Und einen weiteren Vorteil hat das natürliche Heilmittel gegenüber anderen Medikamenten: Als Lebensmittel wird es in Deutschland nur mit sieben Prozent Mehrwertsteuer belastet, während für Medikamente mit gleicher Wirkung der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent gilt.

Der Gewürznelkenbaum wird heute vor allem in Madagaskar und Tansania angebaut. Zur Gewinnung des Gewürzes werden die noch ungeöffneten Blütenknospen geerntet und getrocknet, da sie besonders reich an ätherischen Ölen sind. Die feurig-scharfe Nelke macht schwer verdauliche Beilagen wie Rotkohl bekömmlicher, gibt aber auch Eintöpfen, Kompott, Wildbraten und Fischgerichten eine besondere Note. Hierzulande werden die Knospen, ganz oder gemahlen, vor allem im Winter in Lebkuchen, Gebäck und Glühwein verwendet.

Die Qualität lässt sich ganz einfach prüfen: Hochwertige Nelken sind so reich an ätherischen Ölen, dass sie sich fettig anfühlen und im Wasser aufrecht schwimmen oder untergehen. Minderwertige Exemplare hingegen liegen waagerecht im Wasser.


Artikel vom 13.01.2010
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