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Mehlpreise abgesprochen?

Bundeskartellamt ermittelt gegen 18 Unternehmen


Düsseldorf (p). Im Kampf gegen hohe Lebensmittelpreise in Deutschland geht das Kartellamt nun auch gegen Hersteller von Mehl vor, meldet der Online-Ticker medianet.at. Die deutsche Tochter der zur österreichischen Raiffeisen-Gruppe gehörenden Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG (LLI), die VK Mühlen, steht seit letzter Woche offiziell im Verdacht illegaler Preisabsprachen.

Den Unternehmen werde auch vorgeworfen, wichtige Kunden wie große Bäckereiketten untereinander aufgeteilt zu haben, um Wettbewerb zu unterbinden. Auch sollen die Müller sich beim Abbau von Kapazitäten abgesprochen haben. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen den Firmen empfindliche Strafen. Das Kartellamt kann ein Bußgeld von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen.

Beamte des Bundeskartellamts durchsuchten der Sprecherin zufolge 18 Unternehmen und einen Verband.

22 Standorte seien betroffen. 45 Mitarbeiter des Kartellamts waren im Einsatz, die auch von der Polizei unterstützt wurden. Mit illegalen Absprachen könnten die Mühlen großen Bäckereiketten und Verbrauchern geschadet haben.

Der Umsatz von VK Mühlen war im Geschäftsjahr 2006/07 wegen der anziehenden Mehlpreise um 21 Prozent auf 527 Mio. Euro gestiegen. Auch bei der Mehl-Sparte der Neusser Werhahn-Gruppe wurden die Beamten einem Sprecher zufolge vorstellig.

Die Kartellwächter hätten auch beim Verband Deutscher Mühlen (VDM) angeklopft, sagte dessen Geschäftsführer Manfred Weizbauer. „Wir haben uns in der Branche nichts vorzuwerfen.“ Die Getreidepreise zögen wegen der großen Nachfrage weltweit an. Dem könnten sich auch die Mehlhersteller in Deutschland nicht entziehen. Die Mehlpreise seien im zweiten Halbjahr 2006 um etwa 40 Prozent gestiegen, sagte er.

Die Kartellwächter hatten vor kurzem bereits mehrere Schokoladenhersteller (u. a. Kraft Foods und Nestle) durchsucht, die illegale Preisabsprachen zu Lasten von Handel und Verbrauchern getroffen haben sollen.


Artikel vom 28.02.2008
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