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Medaillenregen für Bio-Backwaren

DLG vergab auf der Biofach 66 Gold-, 94 Silber- und 44 Bronzemedaillen / Auch Bäcker zielen auf „LOHAS“


Nürnberg (buc). Zum zweiten Mal nach 2006 hat die DLG im vergangenen Jahr einen Qualitätswettbewerb für Bio-Lebensmittel angeboten. Mit durchschlagendem Erfolg: Mit 862 geprüften Produkten wurde das Premierenergebnis um 24 Prozent übertroffen. Die stärkste Produktgruppe hieß dabei Brot/Feine Backwaren mit 126 bzw. 90 eingereichten Proben aus 55 Betrieben aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien.

Sie ernteten einen Medaillenregen: 24 Bio-Brote wurden mit Gold-, 64 mit Silber- und 34 mit Bronzemedaillen prämiert, die feinen Backwaren erhielten 42 mal Gold, 30 mal Silber und 10 mal Bronze.

Nur vier bzw. acht der eingereichten Proben blieben ohne eine der begehrten Auszeichnungen, die bei einer Festveranstaltung im Rahmen der Messe Biofach in Nürnberg verliehen wurden. Hier lobte DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer vor allem den traditionellen Backwarensektor, der die Probenanzahl verdoppeln konnte – ein deutliches Zeichen, dass das starke Wachstum im Bio-Sektor auch die Backbranche erreicht habe und das Vertrauen in die Prüfung der DLG nach wie vor groß sei. Damit sei im immer härter umkämpften Markt für ökologische Lebensmittel eine Profilierung mit Top-Qualität möglich.

Prüfkriterien im Brotbereich sind wie im konventionellen DLG-Test u.a. „Lockerung/ Krume“, „Struktur/Elastizität“ und „Geruch/Geschmack“. Für Teigsäuerung und -lockerung dürfen in der Bio-Bäckerei Bio-Sauerteig und Bio-Backferment und sowohl biologische Backhefe (auf Basis von Getreide) als auch konventionelle Backhefe eingesetzt werden.

Der DLG-Chef attestierte vor gut 300 Gästen allen eingereichten Bio-Produkten verschiedenster Art (von Schinken und Wurst bis Tee) „sehr hohe Qualität“. Insgesamt nahmen gut 230 Betriebe mit 863 Warenproben teil – nach den sensorischen Tests im DLG-Prüfzentrum gab es 291 mal Gold, 323 mal Silber und 165 mal Bronze zu bejubeln.

Als Gastreferentin der DLG-Gala machte Susanne Erb-Weber allen Herstellern ökologischer Nahrungsmittel Mut: „Bio ist raus aus der Nische und in der Mitte der Gesellschaft angekommen!“ Die Marketing&Sales-Expertin aus Metzingen betonte, die Bio-Welle habe sich vom Spleen der „Hardcore-Ökos“ zum Zeitgeist-Phänomen entwickelt. „Green Chic“ sei angesagt – sei es bei Jeans, Kosmetik oder Elektrogeräten. Kino-Superstars wie Brad Pitt machten diesen „Lifestyle of Health and Sustainability“ (LOHAS) in der jungen Leistungselite mit Multimedia-Begeisterung populär. Für sie sei ein eigenes, modernes Marketing notwendig.

Auch handwerkliche Bäcker können deren neuen Ansprüchen in puncto Regionalität, Fair Trade, Convenience und Wellness gerecht werden:

Die Diplom-Betriebswirtin nannte beispielsweise das Bio-Sprossenbrot „ein hervorragendes Konzept, das in Bäckereien seit Jahren funktioniert“. Eine weitere gute Idee: ein Traubenkernbrot mit dem natürlichen Vitalstoff und Antioxidanz OPC (Oligomere Proantho-Cyanidine), der die Blutgefäße schützt. Nachahmenswert seien auch Initiativen wie „Fair und regional“, an der u. a. die Märkisches Landbrot GmbH in Berlin beteiligt ist.

Abschließender guter Tipp der Referentin an die Betriebe: „Bauen Sie Ihre Bio-Positionierung individuell auf, so dass sie zu Ihrem Unternehmen und Ihrer Marke passt!“


Artikel vom 28.02.2008
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