Branche_Politik
Markenzeichen garantiert frische Backwaren
LIV Sachsen-Anhalt: Handwerkliche Bäckereien führen eigenes Gütesiegel ein / Beitragsberechnung des Zentralverbands in der Kritik

LIV-Geschäftsführer Dr. Andreas Baeckler (links) berichtete den Vertretern der Mitgliedsinnungen den aktuellen Stand bei der Einführung eines Gütesiegels für das sachsen-anhaltinische Bäckerhandwerk. Fotos: Salden Fotos: Salden
Sie war eigens wegen der großen Bedeutung dieses Vorhabens einberufen worden und ersetzte die eigentlich geplante turnusmäßige Obermeistertagung. „Darüber hinaus dokumentiert dieses Symbol, das von den Verbrauchern ähnlich dem ,A' bei den Apothekern oder der F-Marke bei den Fleischern wahrgenommen werden soll, dass unsere Handwerksbetriebe in der Region zu Hause sind und – anders als große Filialisten der Branche – am jeweiligen Produktions- und Verkaufsstandort auch ihre Steuern zahlen.“
Betriebe mit „Duftmarke“
Zudem sollen die handwerklichen Bäckereien mit diesem neuen Erkennungszeichen als mittelständische Betriebe noch besser als bisher in der Öffentlichkeit präsent sein, damit sie als Arbeitgeber, Ausbildungsbetrieb und Steuerzahler in der Fläche des Bundeslandes Sachsen-Anhalt angemessen wahrgenommen werden können. Schließlich könne dieses Gütezeichen auch als eine Art „Duftmarke“ angesehen werden, denn nur jene Handwerksbetriebe dürfen es tragen, die die Verbraucher mit dem Duft des frischen Brotes und anderer Backwaren in ihre Geschäfte locken.
Über die Einführung des Gütesiegels war in den vorangegangenen Monaten in den Innungen tiefgründig diskutiert worden. Auf der Mitgliederversammlung im Juni 2008 sprachen sich die Delegierten einstimmig für dieses „Markenzeichen“ aus. Über die Vergabe des Gütesiegels befindet und entscheidet ein eigens beim Landesinnungsverband gebildeter Beirat.
Belastung durch ZV-Beitrag
In der weiteren Aussprache nahmen die Vertreter der Mitgliedsinnungen den vorläufigen Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2009 zur Kenntnis. „Unser Mitgliedsbeitrag ist seit 1993 stabil, doch der Beitrag, den wir an den Zentralverband (ZV) zu zahlen haben, führt in unserem Verband inzwischen zu extrem hohen Belastungen“, erläuterte Dr. Baeckler das Zahlenwerk.
Er rief in Erinnerung, dass der Beitrag an den ZV entsprechend der Entwicklung der Bruttolohnsumme im backenden Gewerbe berechnet wird. Mit der Lohnentwicklung in den insgesamt 18 backenden Großbetrieben könnten die kleinen handwerklichen Bäckereien nicht mithalten und würden dennoch bei der Beitragsabführung an den Zentralverband finanziell über Gebühr belastet. Bereits vor mehreren Jahren habe der Verband auf diese Fehlentwicklung verwiesen, wobei sich der ZV als relativ unbeweglich erwiesen habe. „Gerade in dieser für uns recht schwierigen Situation ist es für die Kollegen in Sachsen-Anhalt nur schwer nachvollziehbar, dass der ZV im Berliner Verwaltungsgebäude ein weiteres Stockwerk erworben hat, wogegen sich einzig unser Verband ausgesprochen hatte“, stellte Baeckler verbittert fest.
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