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Lohndumping: Auszubildende im Visier
Drei Lehrlinge einstellen zum Preis von zwei / Vorschlag stößt auf massive Kritik / ZV klar dagegen

Ein unsinniger Vorschlag aus der Wirtschaft: Die Lehrlingsgehälter sollen sinken, um Kosten zu sparen. Foto: ZV
Hintergrund der Diskussion
Fast schon so regelmäßig wie die Ankündigung des deutschen Mühlenverbandes zu Beginn der Wachstumsperiode des Getreides, dass die Preise für Mehl steigen müssen, ist inzwischen die Diskussion um den Erfolg des Ausbildungspaktes. Die Gewerkschaften fordern eine Ausbildungsplatzabgabe, die Bundesagentur für Arbeit beschreibt eine riesige Lücke zwischen Ausbildungswilligen und Lehrstellen. Am Ende eines jeden Jahres hat sich die Differenz zwischen Bewerbern und Ausbildungsplätzen dann immer relativiert. Für das Handwerk gab der Generalsekretär des ZDH (Zentralverband des Deutschen Handwerks) Hanns-Eberhard Schleyer in einem Interview mit der Tagesschau die aktuellen Zahlen bekannt: „Wir haben gegenwärtig etwa 480.000 Lehrstellen in etwa 190.000 Handwerksbetrieben, die ausbilden. Im Ausbildungsjahr 2005 wurden 163.000 neue Lehrstellen gezählt.“ Trotz des weiteren Schrumpfungsprozesses im Gesamthandwerk von prognostiziert rund 60.000 Arbeitsplätzen, fühlt er sich an das Versprechen gebunden, die Lehrlingszahlen nicht abzusenken.
In drei bis vier Jahren wird sich auf dem Ausbildungsmarkt ein Wandel einstellen. Durch den demographischen Umbruch in der Gesellschaft geht die Zahl der Schulabgänger kontinuierlich zurück. Die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat auf dieses Phänomen in zahlreichen Interviews bereits hingewiesen.
Keine Gehaltskürzungen
Das Handwerk ist strikt gegen Gehaltskürzungen bei Lehrlingen. Diese sind auch nach Aussagen des Hauptgeschäftsführers des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, Dr. Eberhard Groebel so überhaupt nicht durchsetzbar: „Die Gehälter werden zwischen den Tarifparteien ausgehandelt, wir haben einen allgemein gültigen Tarifvertrag und an dessen Bestimmungen werden wir uns halten.“
Lohndumping bringt wenig
Die Kosten für die Ausbildung übersteigen in vielen Betrieben den rein rechnerischen Nutzen. Dafür aber die Lehrlingsvergütungen verantwortlich zu machen, wäre zu kurz gedacht.
Es liegt an jedem Betrieb selbst, wie gut und schnell er seine Lehrlinge ausbildet, je besser das gemacht wird, desto eher und mehr hat der Betrieb von den Leistungsmöglichkeiten des Azubi. Den Vorschlag nach einer Senkung der Lehrlingsgehälter lehnen ZDH und ZV neben vielen anderen generell ab. Dr. Groebel erinnerte jedoch daran, dass es vor einigen Jahren den Vorschlag gab, die Lehrlingsgehälter von der Sozialversicherungspflicht freizustellen. „Das würde die Betriebe tatsächlich entlasten und die Lehrlinge nur wenig belasten.“
Ein lohnenswertes Denkmodell ist der Vorschlag auf jeden Fall. Angesichts leerer Kassen im Sozialbereich aber nur schwer durchsetzbar.
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