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Lebensmittelpreise stechen ins Auge
Preisentwicklung wird von Verbrauchern „subjektiv gefühlt“ / Nur 11,5 Prozent der Ausgaben für Lebensmittel
Bonn (age). Die Preise für Lebensmittel werden von den Verbrauchern in Deutschland vor allem „subjektiv gefühlt“. Darauf hat der Verein Information-Medien-Agrar (IMA) hingewiesen.
Im Unterschied zum Kauf von nicht alltäglichen Waren und Gütern fielen Preisänderungen bei Lebensmitteln sofort ins Auge, stellte IMA in einer Presseverlautbarung fest.
Natürlich sei der Anstieg der Lebensmittelpreise für die Verbraucher ein Ärgernis; es sollte aber nicht vergessen werden, dass Deutschland bei den Ausgaben für Nahrungsmittel europaweit im unteren Drittel liege. Laut Angaben des IMA verwenden die Bundesbürger durchschnittlich nur noch 11,5 Prozent ihrer gesamten Ausgaben für Lebensmittel einschließlich alkoholfreie Getränke. Auf der anderen Seite komme bei den Landwirten von einem Verbraucher-Euro immer weniger an. Dies werde durch die diesjährige Getreideernte erneut deutlich: Im Juni 2008 habe ein Kilogramm Roggenbrot 2,56 Euro gekostet, wovon der Getreidebauer 0,12 Euro oder vier Prozent erhalten habe.
Obwohl der Erzeugerpreis für Roggen im Laufe der letzten 15 Jahre kräftigen Schwankungen unterlegen habe, sei der Durchschnittspreis bei Roggenbrot im Einzelhandel seit 1995 stetig gestiegen. Das sei ebenfalls kein „Verdienst“ der Landwirte, verkündete der IMA.
Darüber hinaus stellte der Verein Information-Medien-Agrar fest, dass es in der Diskussion über den Anstieg der Lebensmittelpreise auch zu bedenken gelte, dass zahlreiche Nahrungsmittel immer noch preiswerter angeboten würden als in den achtziger und neunziger Jahren. Ein Beispiel hierfür sei die Entwicklung der Butterpreise: So habe im Jahr 1995 ein halbes Pfund Markenbutter 0,92 Euro gekostet, während der Verbraucher im Juni dieses Jahres hierfür nur 0,74 Euro zahlen musste.
Der IMA sieht den Anstieg der Lebensmittelpreise in Deutschland deshalb auch als Indiz für einen marktwirtschaftlichen Nachholbedarf, denn hierzulande seien – bei steigenden Löhnen – die Ausgaben für Essen und Trinken in den vergangenen Jahrzehnten deutlich weniger gestiegen als die übrigen Lebenshaltungskosten. Oder anders ausgedrückt: Lebensmittel sollten einfach mehr wert sein, betonte IMA.
Zum anderen gelte es festzuhalten, dass bei vielen verarbeiteten Lebensmitteln der Anteil der Rohstoffkosten am Endprodukt gering sei und die Landwirte kaum für Preissteigerungen verantwortlich gemacht werden könnten.


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