Meinung
LEH auf ExpansionskursKommentar

Das Tempo verschärft sich: Erst jüngst vermeldete Rewe den Bau einer neuen Produktionsstätte der Glockenbrot-Bäckerei bei Dachau, jetzt übernimmt Glockenbrot Rothermel. Auf unsere Anfrage, ob und welche Bäckereifilialisten denn noch auf der Wunschliste der Glockenbäckerei respektive Rewe Group stehen könnten, hat uns die Presseabteilung bis Redaktionsschluss keine Antwort gegeben. In der offiziellen Pressemitteilung heißt es jedenfalls, dass der Kauf ein weiterer Baustein der langfristigen Vertikalisierungsstrategie sei. Auffällig bei Rothermel ist dabei, dass sich etwa zwei Drittel der knapp 90 Filialen, so die Angabe auf der Homepage des Unternehmens, derzeit in Vorkassenzonen befinden – ob bei Rewe, Lidl oder auch Edeka. Nur etwa 10 davon bei Rewe. Da Edeka als Pionier des backenden LEH mit der K&U Bäckerei in Baden Württemberg selbst über eine eigene Backstube verfügt, Lidl ebenfalls seine Frischekompetenz mit dem Ladenbacken beweisen will, darf man gespannt sein, was vom Filialnetz der Bäckerei Rothermel entlang der A5 in den nächsten Jahren übrig bleibt.
Im ambitionierten Expansionskurs geraten größere Bäckereifilialisten, etwa ab 50 Filialen aufwärts, in das Visier des backenden LEH. Sollte diese Form des Konzentrationsprozesses rasant an Fahrt aufnehmen, müssen sich mittlere und kleinere Handwerksbäcker womöglich nicht über Gebühr fürchten. Je größer die Unterschiede, desto leichter kann man sich mit seinen Stärken profilieren. In jeder Krise stecken auch Chancen, gibt es auch Gewinner. Ein geflügeltes Wort, das sich vielleicht für den klassischen Handwerksbäcker, sowohl mit der Einheit von Backstube und Laden, als auch mit einem regional begrenzten Filialnetz mit Outlets in Alleinlage, bewahrheiten kann.
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