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Klimafreundliche Produkte gefragt
Der „Product Carbon Footprint“ kann sich zum entscheidenden Kriterium bei der Kaufentscheidung entwickeln

Regional erzeugte Backwaren stehen für eine niedrige CO{-2}-Belastung und gelten als klimafreundlich. Foto: Kräling Foto: Kräling
So hat eine repräsentative Umfrage der Recarbon Deutschland GmbH, ein Dienstleistungsunternehmen im Bereich Energieeffizienzmanagement, zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen Dialego AG Market Research Online ergeben, dass rund drei Viertel der Befragten nicht wissen, was man unter einem „Product Carbon Footprint“ versteht. Erklärt man jedoch den Begriff, so zeigen sich die aufgeklärten Verbraucher in ihrem Konsumverhalten durchaus klimabewusst.
Mehr als jeder Dritte würde grundsätzlich Produkte mit niedrigen CO{-2}-Werten anderen Produkten vorziehen – der Umwelt zuliebe. Fragt man generell, was unter einem „Product Carbon Footprint“ zu verstehen ist, schneiden Männer deutlich besser ab als Frauen. So war immerhin einem Drittel der befragten Männer der Begriff bekannt, im Unterschied zu nur jeder fünften Frau.
Auch bei den Altersgruppen lassen sich Differenzen ausmachen. So zeigen die Ergebnisse der Umfrage, dass 34 Prozent der 14- bis 29-Jährigen mit dem Begriff vertraut sind. Mit zunehmendem Alter wird das Wissen um den Begriff geringer. Bei den 30- bis 49-Jährigen wissen nur noch 26 Prozent was ein „Product Carbon Footprint“ ist, wohingegen es bei den 50- bis 69-Jährigen sogar nur noch 19 Prozent sind. Betrachtet man die Ergebnisse im bundesweiten Vergleich, liegen die Werte zwischen 20 und 30 Prozent.
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass ein Interesse an klimafreundlichen Produkten zweifelsohne vorhanden ist. So schätzt jeder vierte Verbraucher transparente Angaben auf dem Produkt zum CO{-2}-Ausstoß und würde diese Produkte gegenüber anderen Produkten ohne Angaben grundsätzlich bevorzugen. Jedoch wird für die Hälfte der Befragten Klimaschutz erst bei gleichem Preis-Leistungs-Verhältnis zum kaufentscheidenden Kriterium.
Bemerkenswert ist jedoch, dass 38 Prozent der Befragten sogar grundsätzlich Produkte mit niedrigen Carbon Footprint gegenüber Produkten mit hohen Carbon Footprint bevorzugen würden – ungeachtet von Geld und Leistung (siehe Grafik auf S. 1). Und lediglich 13 Prozent gaben an, dass sie derartige Angaben nicht berücksichtigen würden. Wobei sich Männer weniger davon beeinflussen lassen würden als Frauen.
„Das hohe Interesse an Angaben von CO{-2}-Werten auf Produkten zeigt, dass Verbraucher durchaus bereit sind ihr Konsumverhalten klimabewusst auszurichten. Der „Product Carbon Footprint“ kann sich zum entscheidenden Kriterium bei der Kaufentscheidung entwickeln und somit auch zu einem signifikanten Wettbewerbsvorteil für Unternehmen werden“, so Raffael A. Fruscio, Geschäftsführer der Recarbon.
Während in anderen Ländern bereits Angaben zum Carbon-Footprint auf vielen Produkten zu finden sind, wie zum Beispiel in Großbritannien und in den USA, halten sich deutsche Unternehmen noch zurück. Dies mag nicht zuletzt daran liegen, dass bislang noch keine Verständigung auf eine einheitliche Berechung des „Product Carbon Footprints“ vorliegt.
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