Meinung
Kleiner ist feiner
Neulich spielte sich dieser interne Zwist bei mir ab, als ich mir die Snackangebote einer Bäckerei zu Gemüte führte. „Ansprechend aussehen tun Sie ja schon, diese Belegten, aber ohne Maulsperre bringe sogar ich, bekannt als chronischer Vielfrass, ein solches Teil nicht unbeschadet in Richtung Magen!“ Ein Stück, so groß wie ein türkischer Fladen, belegt – fast ausgestopft – mit Bergen von Gemüse und Wurst. Diese Größenordnung macht einen Mega-Döner oder einen BigMac niedlich. Wie gesagt: Gut anzusehen! Aber zu vertilgen war dieses Teil ohne Blessuren an Leib und Seele nie und nimmer – außer man kauft dieses Teil nicht nur für sich selbst, sondern gleich für seine ausgehungerte Großfamilie.
Mal abgesehen von der Kalkulation, dass dieses Riesenteil für nur 2,90 Euro ohne großes Nachrechnen niemals mit Gewinn verkauft werden kann, sollten doch gerade in Bäckereien Snacks auf Praktikabilität entworfen werden: In der Regel werden Bäckersnacks für den Sofortverzehr gekauft – mit Betonung auf: Sofort! Im Stehen und Gehen, ohne Teller und Besteck. Beim kraftvollen Zubeißen den Mund beängstigend aufsperren zu müssen, um dann mit triefender Sauce die Hände und das Businesshemd zu verzieren – so was ist zur Mittagspause einfach nicht verzehrbar. Dies auch ein Paradebeispiel dafür, dass lieber alles zu Ende konzipiert werden sollte, anstatt unausgegoren eben mal was in die Theke zu legen.
Informationen:
Telefon 0160 99111287
www.baeckerei-beratungen.de
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