Meinung
Keine Wahl
Landauf, landab würde man sich die Köpfe heiß reden, warum niemand mehr Berufspolitiker in Berlin werden will: Ist der Job so mies? Reicht die Bezahlung nicht? Ist die Belastung zu groß? Wird die Arbeit zu wenig gewürdigt? Fehlt es an Perspektiven?
Schnell wäre man sich einig, dass etwas passieren muss. Und das quer durch alle Bevölkerungsschichten. Kaum einer murrte, geschweige denn schrie auf, würden die Diäten hochgeschraubt, der Beamtenapparat aufgestockt, in die Karriereleiter neue Stufen eingesetzt – und eine Imagekampagne für die Politik gestartet.
Welche Errungenschaft das demokratische System ist und welche Rolle diejenigen spielen, die in den Parlamenten sitzen, liegt auf auf der Hand. Und wenn es darauf ankommt, ist sich dessen eine große Mehrheit bewusst. Einer großen Mehrheit ist auch klar, welchen sozialen Sprengstoff es für die Gesellschaft bedeutet, wenn junge Menschen ohne Ausbildung beiben. Nur: Unternimmt sie genug?
Mehr als 10.000 Lehrstellen sind noch offen. Demgegenüber steht eine noch größere Zahl an Jugendlichen ohne Ausbildungvertrag. Viele von ihnen denken nicht einmal im Traum daran, Bäcker zu werden. Das Handwerk gilt als mieser Job.
Politik, Wirtschaft, Verbände – quer durch die Fachwelt wird nach Lösungen gesucht. Und wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann: höhere Löhne, mehr Perspektiven und ein Image, das der Branche gerecht wird. Allen Verantwortlichen sollte klar sein: Es gibt keine andere Wahl!
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