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Keine Verlustbringer mehr verkaufen


Hand aufs Herz: Gewinn oder Verlust? Das ist hier die Frage! Die wirtschaftliche Lage eines Geschäftes zu ermitteln, ist ja ganz einfach. Man zieht vom Umsatz alle Kosten ab und schaut, ob unter dem Strich noch etwas übrig bleibt. Was soll daran schwierig sein? Keine Frage, dass richtige Bilanzierung etwas genauer ablaufen sollte.

Dass das aber einige Bäcker leider nicht tun – das sieht man bereits beim aufmerksamen Studium mancher Verkaufstheke. Jede einzelne Backware, die hier liegt, müsste einzeln kalkuliert worden sein. Jedes einzelne Brot und jede Quarktasche muss für sich selbst gewinnbringend sein. Sonst hätte es hier nichts zu suchen.

Was also macht dieses Stück Erdbeerkuchen hier mitten im Winter!? Wurde wirklich beachtet, dass der Einkauf dieser Früchte im Dezember noch viel teurer ist als sonst? Wenn ja, verlangt man dann für ein solches Stück Kuchen auch wirklich den vierfachen Preis als im Sommer? Wenn nicht, warum bietet man so etwas trotzdem an? Der einzige Grund könnte noch sein, dass man sein Geschäft nur zum Zeitvertreib betreibt. Denn Geld damit verdienen kann man auf diese Art leider nicht. Manchmal gibt es auch falsche Subventionsgedanken, die zur Begründung vorgeschoben werden: Produkt A wird zwar nicht gewinnbringend verkauft. Aber mit dem Produkt B wird so viel Ertrag gebracht, dass man sich so etwas leisten kann.

Halten Sie dieses Argument für sinnvoll? Man kann sich noch darüber unterhalten, dass ein Produkt etwas weniger ertragreich ist als das andere. Aber es verbietet sich, Artikel mit Verlust zu verkaufen. Und noch schlimmer ist es, das gar nicht zu bemerken.

Es ist doch keine besonders schöne Vorstellung, wenn man dem Kunden mit den Backwaren auch noch ein wenig Geld mit einpackt – den Verlustbetrag nämlich, den man mit diesem Artikel Stück für Stück einfährt.

Unter diesem Aspekt muss natürlich auch jedes Sonderangebot durchkalkuliert werden. Drei Brezeln für den Preis von zwei. Das könnte ein netter Slogan sein, der in Wirklichkeit aber nur rote Zahlen bringt.


Artikel vom 10.11.2005
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