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Kamps angelt sich Nordsee
Ehemaliger Großbäcker kauft Imbisskette (400 Filialen)
Düsseldorf (p). Spekulationen gibt es ja schon geraume Zeit (die ABZ berichtete). Aber jetzt wurde Vollzug gemeldet: Der ehemalige Großbäcker Heiner Kamps übernimmt zwei Jahre nach dem Verkauf seines Backimperiums die Schnellrestaurantkette Nordsee.
Dies teilten die Kamps Food Retail Investment SA sowie der Verkäufer, die Beteiligungsgesellschaft Apax Partners, in Bremerhaven mit. Apax hatte Nordsee 1997 von Unilever erworben. An dem jetzigen Verkauf maßgeblich beteiligt ist die japanische Bank Nomura. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart.
Nordsee hat den Angaben zufolge im vergangenen Jahr mit seinen mehr als 400 Filialen einen Umsatz von rund 350 Mio. Euro erzielt.
Das Unternehmen beschäftigt rund 6000 Mitarbeiter. Kamps selbst hält bereits seit vielen Jahren eine Minderheitsbeteiligung von unter fünf Prozent an Nordsee.
Offen ist, welches Gewicht Nomura künftig bei Nordsee haben wird. Das Geldhaus werde „eine strategische Kapitalbeteiligung“ eingehen, hieß es. Das Finanzierungspaket, das von den Japanern geschnürt wurde, umfasst den Angaben zufolge Fremdkapital, Mezzanine-Darlehen sowie Vorzugs- und Stammanteile am Eigenkapital.
Kamps, gelernte Bäckermeister und graduierte Betriebswirt, soll aus dem Verkauf seiner Kamps AG, des größten deutschen Backunternehmens, an den italienischen Nudelhersteller Barilla einen Erlös von 60 Mio. Euro erzielt haben. Mit diesem Kapital versuchte er bereits im vergangenen Herbst vergeblich, die Raststättenkette Tank und Rast zu übernehmen.
Unklar ist noch, ob es nach der Übernahme zu einem Stellenabbau bei Nordsee kommen wird. Die fünftgrößte Imbisskette Deutschlands hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich Umsatz eingebüßt und zuletzt netto 292 Mio. Euro verdient.
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