Trends & Märkte

Investitionsklima hat sich deutlich verbessert

Internorga-Studie GV-Barometer 2007: Qualität, Gesundheit, Wellness und der Bio-Bereich im Trend / Kaffeespezialitäten als Umsatzbringer


Hamburg (p). Das Investitionsklima in der Gemeinschaftsverpflegung (GV) hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Das ist das erfreuliche Ergebnis des sechsten GV-Barometers. Die von der Hamburg Messe anlässlich der Internorga bei dem Marktforschungsinstitut Synovate (vormals Roland Berger Market Research) in Auftrag gegebene Studie beschäftigt sich mit dem Investitions- und Innovationsklima in der deutschen GV. Sie gilt als wichtiges Stimmungsbarometer der Branche im Vorfeld der Internorga. Die Leitmesse für den Außer-Haus-Markt öffnet ihre Tore vom 9. bis 14. März auf dem Hamburger Messegelände.

Qualität / Gesundheit im Trend

Die Trends in der Gemeinschaftsverpflegung könnten durchaus auch auf die Gastronomie und den Außer-haus-Verzehr übertragen werden, so Prof. Dr. Wolfgang Irrgang, der den GV-Barometer auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der Internorga präsentierte.

Wobei er betonte, dass nicht nur die Rationalisierungstechnik, sondern auch Qualität, Gesundheit, Wellness und der Bio-Bereich ernst zu nehmende Investitionsthemen seien. Insgesamt habe sich das Investitionsklima um 20 Prozent verbessert, freute sich Irrgang, so positive Zahlen präsentieren zu können.

Ein Potenzial, von dem das Bäckerhandwerk auch als Lieferpartner der Gemeinschaftsverpflegung profitieren könnte.

Insgesamt beurteilen 60 Prozent der befragten GV-Betriebe das Investitionsklima 2007 als gut. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (51 %). Lediglich 10 Prozent beurteilen das Investitionsklima als nicht so gut, das ist der niedrigste Wert seit Einführung des GV-Barometers 2002. Bei den Betriebsrestaurants hat sich das Investitionsklima im Vergleich zum Vorjahr von 53 Prozent auf 63 Prozent verbessert, in der Klinik- und Heimverpflegung von 50 Prozent im Vorjahr auf 58 Prozent.

Für die repräsentative Umfrage wurden die Entscheidungsträger für den Verpflegungsbereich (in der Regel die Küchenleiter) von 303 GV-Betrieben im gesamten Bundesgebiet befragt, davon 127 Betriebsrestaurants (so genannter Business-Bereich) sowie 176 Klinik- und Heimverpflegungsbetriebe (Care-Bereich).

Investitionen bei Ausstattungen

Demnach planen 66 Prozent der GV-Betriebe 2007 Anschaffungen (Vorjahr: 63 %). Ein deutlicher Anstieg ist im Care-Bereich zu verzeichnen. Hier wollen 67 Prozent der befragten Betriebe 2007 investieren (Vorjahr: 62%), vor allem allgemeine Ausstattungen wie Bestecke und Geschirr (53 %), Ausstattungen zum Kochen (33 %) sowie Speisentransport- und Serviesysteme (30 %, kontinuierlicher Anstieg seit 2005).

Im Business-Bereich planen 64 Prozent der befragten Betriebe Investitionen (Vorjahr: 65 %). Auch hier stehen allgemeine Ausstattungen mit 44 Prozent an erster Stelle vor Ausstattungen zum Kochen mit 39 Prozent (kontinuierlicher Anstieg seit 2005) sowie Ausstattungen zur Warenpräsentation mit 31 Prozent.

Von den GV-Betrieben, die 2007 investieren wollen, verfügen rund 30 Prozent über ein Budget von 50.000 Euro und mehr.

Subventionen gestrichen

Bei den Subventionen von Betriebsrestaurants setzt sich der Trend der Vorjahre zum Abbau fort.

Zwar sind bei 17 Prozent der Betriebsrestaurants die Subventionen im Schnitt um 14 Prozent gestiegen, doch sind demgegenüber bei 32 Prozent der Betriebe die Subventionen um durchschnittlich 15 Prozent gesunken.

Neue Produkte weiter gefragt

Ungebrochen hoch ist das Interesse der GV-Betriebe an neuen Produkten der Nahrungs- und Genussmittelindustrie (Betriebsrestaurants: 62 %, Klinik- und Heimverpflegung: 49 %). Für den Business-Bereich wichtig sind konstante Qualität (99 %), bessere Optik (89 %) und besserer Geschmack (81 %). Auch im Care-Bereich steht konstante Qualität (94 %) an erster Stelle, gleichauf folgen Zubereitungssicherheit und bessere Optik (je 78 %). Das größte Interesse besteht in beiden Bereichen an Gemüse (82 %).

Kaffee sorgt für Impulse

Erstmals wurden die GV-Entscheider nach ihrem Kaffee-Angebot befragt. Im Business-Bereich sind Kaffeespezialitäten weit verbreitet (88 %), im Care-Bereich mit 71 Prozent nicht ganz so stark.

Grundsätzlich gilt: Je größer der Betrieb, desto häufiger werden Kaffeespezialitäten angeboten. 63 Prozent der GV-Betriebe, die Kaffeespezialitäten anbieten, betonen, damit zusätzlichen Umsatz zu erzielen. Als weitere Vorteile nennen sie: Kaffeespezialitäten sprechen auch Zielgruppen an, die bislang nicht erreicht wurden (43 %) und unterstützen den Verkauf von Artikeln aus dem Snackbereich (42 %). Entsprechend planen 39 Prozent dieser GV-Betriebe, ihr Kaffee-Angebot noch auszuweiten.

Die Gemeinschaftsverpflegung in Deutschland umfasst nach Informationen des Deutschen Hotel und Gaststättenverbandes Dehoga rund 30.000 Betriebsrestaurants, Restaurants und Kasinos, die pro Woche rund 30 Millionen Mahlzeiten servieren. Hinzu kommen mehr als 16.000 Kliniken, Heime und Reha-Einrichtungen, die täglich rund 1,2 Millionen Menschen versorgen. Die Branche setzt jedes Jahr geschätzte 15 Milliarden Euro um.

Die Internorga

Die Internorga 81. Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien, ist vom 9. bis 14. März täglich von 10 bis 18 Uhr auf dem Hamburger Messegelände geöffnet.


Artikel vom 18.01.2007
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