Aktuell
Intensiv kontrolliert
Behörden und Hersteller untersuchen auf Rückstände
Berlin (ke). Nur zwei Prozent der in einer repräsentativen Umfrage durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) in Nürnberg befragten Bundesbürger sehen Pestizidrückstände in Obst und Gemüse als kein Problem an. 71 Prozent der über 1000 Interviewten wollen, dass Obst und Gemüse völlig frei von Pestizidrückständen ist. Weitere 22 Prozent wünschen sich, dass die Frischware zumindest keine Pestizid-Rückstände über den erlaubten Grenzwerten enthält. 89 Prozent der Befragten wollen darüber hinaus, dass Obst- und Gemüsearten, die besonders häufig zu hohe Pestizidbelastungen aufweisen, überhaupt nicht mehr verkauft werden. Die GFK-Umfrage wurde im Auftrag von Greenpeace im Februar und April 2007 durchgeführt.
„Der Wunsch der Bürger nach pestizidfreiem Essen und die Wirklichkeit klaffen in Deutschland weit auseinander“, sagt Greenpeace-Chemie-Experte Manfred Krautter. Tatsächlich waren 84 Prozent der untersuchten Supermarktware aus konventionellem Anbau mit Pestiziden belastet. In zwölf Prozent der 576 getesteten Obst- und Gemüseproben wurden die gesetzlichen Pestizid-Grenzwerte erreicht oder überschritten.
Die GFK fragte auch, wer in Zukunft die behördlichen Pestizid-Kontrollen von Lebensmitteln und Trinkwasser bezahlen soll. Eine klare Mehrheit der Befragten will, dass die Verursacher, also Pestizidproduzenten (55 Prozent) und Landwirte (49 Prozent), die Kosten tragen sollen. Das Kontrollnetz der Wirtschaft werde zunehmend engmaschiger. Weit über 100.000 Rückstandsuntersuchungen, ein Vielfaches der amtlichen Kontrollen, werden jedes Jahr allein von Landwirtschaft und Lebensmittelhandel in Deutschland durchgeführt. Jede Untersuchung koste zwischen 200 und 300 Euro. In rund der Hälfte der getesteten Lebensmittel würden die Analysen keinerlei Rückstände nachweisen.
Weitere Nachrichten aus Fokus vom 03.05.2007:
In industrielle Verarbeitung
Mehr Regionen gentechnikfrei
Ein Jahr Einwegpfand
Entwicklung gegenläufig
Wenige von positiver Wirkung überzeugt
Auf freiwillige Nährwertangaben gesetzt
Für Übersicht im Schilderwald sorgen
Feng Shui statt Kung Fu
Einer für alle und alle für einen!
Fairer Handel im Trend

RSS

Zur Bildergalerie "Backkongress 2011"