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In industrielle Verarbeitung

Weizen wird verstärkt für Biosprit abgezweigt werden


London (age). In der Europäischen Union dürfte die Nutzungskonkurrenz beim Weizen in der Kampagne 2007/08 spürbar zunehmen. Gemeinschaftsweit sollen nach einer aktuellen Schätzung des Internationalen Getreiderates (IGC) rund 7,6 Mio t vom wichtigsten Nahrungsgetreide für die Herstellung von Bioethanol, Stärke oder Malz im industriellen Maßstab abgezweigt werden. Das wären 700.000 t mehr als in der laufenden Saison und fast 6 Prozent des Gesamtverbrauchs, der für die Gemeinschaft veranschlagt wird.

Der Bedarf der europäischen Destillerien zur Produktion von Biosprit soll im Jahresvergleich um gut die Hälfte auf 1,7 Mio. t Weizen zulegen, die damit dem Nahrungs- und Futtermittelsektor entzogen werden. Bis zum Ende der laufenden Saison dürften die anfangs 5,5 Mio. t Weizen aus der staatlichen Intervention fast vollständig verkauft sein, so dass der Brüsseler Kommission dieses Instrument der Preislenkung 2007/08 nicht zur Verfügung steht. Die Versorgungssituation könnte sich nach der Ernte 2007 entspannen, sollten in den 27 EU-Partnerländern tatsächlich die vom Getreiderat vorhergesagten 137,1 Mio t Weizen eingefahren werden. Allerdings scheint fraglich, ob im europäischen Mittel wirklich fast 54 dt/ha Weizen von den Feldern geholt werden können. So werden aus Ungarn und Spanien schon wieder erste Anzeichen einer Dürre gemeldet. In Deutschland und Frankreich sind die Weizenkulturen für Anfang April weit entwickelt, was sie anfällig für Krankheiten und Schädlinge macht.

Bewegung dürfte nach der Ernte 2007 in den Weizenhandel der EU kommen. Beim IGC macht man darauf aufmerksam, dass das diesjährige Importkontingent für Weizen niedriger und mittlerer Qualität bisher kaum in Anspruch genommen wurde. Sollten die Preise für Futterweizen aus dem Schwarzmeerraum mit der nächsten Ernte auf ein aus Abnehmersicht attraktives Niveau abfallen, könnten ab Jahresmitte vermehrt Partien in Russland und der Ukraine zugekauft werden. Umgekehrt könnte die Nachfrage nach Aufmischqualitäten aus der EU zunehmen, so dass möglicherweise ein Teil der vom Getreiderat erwarteten Mehrproduktion in Nordafrika sowie im Nahen Osten abgesetzt wird.


Artikel vom 03.05.2007
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