Fokus
Hygiene-Smiley: Pranger oder Marketinginstrument?
Unterschiedliche Zielsetzungen: Verbraucherorganisation Foodwatch und Nordrhein-Westfalen wollen bundesweit ein Hygiene-Symbol etablieren
Für die Einführung des Hygiene-Smileys und die Veröffentlichung der Lebensmittelkontrollergebnisse trommelt derzeit die Verbraucherorganisation Foodwatch. Sie begründet dies mit einer Verbraucherumfrage, bei der sich 93 Prozent der Kunden für die Installation eines Smiley-Systems aussprechen. Ziemlich gleichzeitig kündigt der Landwirtschaftsminister von NRW, Eckhard Uhlenberg, eine Initiative an, den im Rhein-Erft-Kreis als zweijähriges Pilotprojekt getesteten „NRW-Smiley“ auf der Verbraucherschutz-Ministerkonferenz im Juni als bundesweites Projekt zu beantragen.
Diese auf den ersten Blick identischen Aktionen verbindet aber außer dem Namen nur der Aspekt, hygienisch gut geführte Betriebe mit einem lachenden Smiley auszuzeichnen.
Foodwatch will die Einführung eines für Kunden gut sichtbaren Vier-Gesichter-Smiley-Systems, bei dem das stark lachende Symbol einen beanstandungsfreien Betrieb darstellt, der traurigste dagegen auf schwerwiegende Mängel hinweist. Das alles bestätigt durch die amtliche Lebensmittelkontrolle. In Berlin wird bei einem entsprechenden Pilotprojekt sogar der Betrieb auf einer Negativliste im Internet genannt, wogegen sich die Berliner Bäcker aber vehement wehren.
Den positiven Aspekt eines Smileys, der nur saubere Betriebe hervorhebt, unterstützt eher das Modell in NRW, an dem sich mehrere Bäcker im Rhein-Erft-Kreis beteiligt haben. Wie Alexandra Dienst, Geschäftsführerin der Innung Köln/Rhein-Erft-Kreis betont, werde das Symbol momentan von Kunden nicht übermäßig stark wahrgenommen. Aber: „Der Smiley ist eine gute Möglichkeit, sich positiv in Szene zu setzen.“
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