INTERVIEW
Hier wird der Blick in die Zukunft geboten
ABZ: Wie würden Sie Ihren Kollegen die südback 2005 schmackhaft machen?
Gerhard Sailer: Eine Messe ist immer eine Chance, um über den Tellerrand zu schauen und sich über die neuen Entwicklungen und Produkte auf dem Markt zu informieren. Im übrigen bekommt man auf jeder Messe mindestens eine Anregung, die man in der Praxis umsetzen kann. Allein das Forum auf der südback bietet eine Fülle an praktischen Impulsen, Denkanstößen und konkreten Rezepten. Kurz, man muss auf die südback gehen, um „up to date“ zu sein und einen Blick in die Zukunft zu werfen.
ABZ: Was ist das Besondere an der südback?
Sailer: Gerade das Meisterforum bietet auch dieses Jahr mit den Vorführungen der ungarischen Kollegen sehr interessante Anregungen für die Praxis. So wird unter anderem ein Südbackbrot präsentiert. Aber auch die Württembergische Bäckerfachschule sorgt für praktische Impulse. Auf dem Programm stehen attraktive Kuchenkreationen. Und die Präsentation des Bio-Dinkel-Sprossenbrotes von der Bäko kann Gewinn bringend in der Praxis umgesetzt werden. Abgerundet werden die Vorführungen durch das Thema „Fit und gesund mit dem täglichen Brot“, der medienwirksamen Vorstellung einer Broschüre durch Prof. Hademar Bankhofer. Man sieht, die südback ist eine sehr praxis- und handwerksorientierte Messe. Positiv ist in dem Zusammenhang auch, dass kleine Nischenaussteller den Weg nach Stuttgart finden, die für das Bäckerhandwerk oft wichtig sind.
ABZ: Welche Entwicklungen und Trends sehen Sie und wie werden diese auf der südback bedient?
Sailer: Ein nach wie vor wichtiger Trend ist der ganze Snackbereich. Hier gibt es noch Entwicklungspotenzial. Außerdem ist es wichtig, im Bäckerhandwerk verstärkt auf die Frühstückskompetenz zu setzen. Für beide Bereiche werden auf der südback 2005 unter anderem von der Bäko-Zentrale Süddeutschland sehr viele Anregungen kommen. Im Ladenbau geht der Trend dahin, nicht nur Ladeneinrichtungen, sondern ganze Einrichtungskonzepte zu bieten. Und wer noch nach weiteren praktischen Trends sucht, dem sei auch das Konditoren-Trend-Forum empfohlen, wo die Themen Eis, Kaffee, Schokolade oder Verpackung behandelt werden, die auch in der Bäckerei für ein lukratives Zusatzgeschäft sorgen können.
ABZ: Wie finden die Ausbildung und die Auszubildenden auf der südback ihren Niederschlag?
Sailer: Wir hoffen, beim Lehrlingswettbewerb rund um das Thema Fußballweltmeisterschaft auf eine gute Resonanz seitens der Auszubildenden. Immerhin winken dem Sieger 2 Eintrittskarten für ein Spitzenspiel des VfB Stuttgart und weitere attraktive Preise für die Platzierten. Die Präsentation der Arbeiten und der Sieger auf der Messe dient als Leistungsschau und soll das Image der Ausbildung im Bäckerhandwerk fördern. Eine Lehrlingsdisco wird dieses Jahr keine stattfinden. Es haben sich im vergangenen Jahr doch einige Aussteller über die akustische Beeinträchtigung beklagt.
ABZ: Die südback 2007 wird zum ersten Mal in der neuen Messe auf den Fildern stattfinden. Sehen Sie diesem Ortswechsel als quasi Gründungsmitglied der Messe mit Wehmut entgegen?
Sailer: Der Killesberg ist einem über die vielen Jahre hinweg schon ans Herz gewachsen. Aber verglichen mit den neuen Messegeländen in Leipzig oder München ist es von den Örtlichkeiten her zwischenzeitlich eine zweitklassige Provinzmesse. Zudem stellen Anfahrt, Aufbau und Abbau die Aussteller regelmäßig vor große Probleme. Die Hallen selbst sind auch nicht mehr zeitgemäß. Die neue Messe ist für die südback sehr wichtig und hätte schon 10 Jahre früher kommen müssen. Denn Stuttgart ist in der Tat ein attraktiver Messeplatz und die südback hat nach wie vor Potenzial, das in Zukunft auch durch die optimale Verkehrsinfrastruktur auf den Fildern noch besser genutzt werden kann. Auch in Sachen Standplatzierung bietet die neue Messe deutlich Vorteile. Dort wird es leichter sein, für eine gleichberechtigte Platzierung aller Aussteller zu sorgen. Die verbesserten Rahmenbedingungen werden der südback auf jeden Fall positive Impulse geben.
ABZ: Nicht nur am Standort, auch in Sachen Trägerschaft wird sich etwas ändern. Wie sieht das künftig aus?
Sailer: Die Fördergesellschaft des Stuttgarter Bäckerhandwerks wird es weiterhin geben und sie ist weiterhin Vertragspartner der Messe. Hier wurden Verträge mit der Bäko Zentrale und der Messe geschlossen, die über das Jahr 2010 hinaus Gültigkeit haben. Die Innung Stuttgart profitiert so weiterhin finanziell von der südback. Wir werden aber zusätzlich den Landesinnungsverband für das Württembergische Bäckerhandwerk mit ins Boot nehmen, weil er mit Blick auf die Organisation die größeren Ressourcen hat. Das heißt zur südback 2007 arbeiten wir offiziell zusammen. Schon weil die Geschäftsführung der Innung ab 2006 vom Landesinnungsverband übernommen wird. (wo)
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