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Heiner Kamps steigt bei Homann ein
Der Feinkosthersteller in Dissen gehört jetzt zur IFR wie die Imbisskette Nordsee
Dissen (p). Deutschlands ehemaliger Brötchen-König Heiner Kamps backt sich einen neuen Lebensmittelkonzern, so titelte unter anderen auch das Westfalenblatt. Nach der Fischrestaurant-Kette Nordsee erwarb er jetzt auch das traditionsreiche Feinkostunternehmen Homann in Dissen an der Südspitze des Landkreises Osnabrück.
Ziel von Kamps ist es, durch weitere Unternehmenskäufe im Nahrungsmittelbereich in nur drei bis fünf Jahren einen Konzern mit einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro aufzubauen. Das ist ziemlich genau der Umsatz, den beispielsweise auch die Bielefelder Dr. Oetker-Gruppe im Nahrungsmittelsektor erwirtschaftet.
Die bisher größte Kamps-Tochterfirma Nordsee (Bremerhaven) ist Nummer 5 unter den deutschen Imbissketten. Sie bringt es mit 600 Mitarbeitern sowie 430 Filialen in Deutschland, Österreich, Schweiz und Osteuropa auf einen Umsatz von 350 Millionen Euro. Seit September 2005 ist Nordsee im Besitz der von Kamps gegründetem Investmentgesellschaft International Food Retail Company (IFR). Diese ist außerdem Eigentümer der Bäckerei Bastian's in der Innenstadt von Düsseldorf. Der Versuch, drei weitere Großbäckereien in Süddeutschland und Österreich zu kaufen, scheiterte Anfang 2007. Zuvor versuchte Kamps schon vergebens, beim Autoraststätten-Betreiber Tank & Rast einsteigen.
An IFR ist neben Heiner Kamps unter anderem auch der bayerische Molkereibesitzer Theo Müller (Müller Milch) beteiligt. Ein weiterer Anteilseigner ist das auf der britischen Kanalinsel Jersey beheimatete Investmentunternehmen APC Capital.
Das Feinkostunternehmen Homann bringt es aktuell auf einen Umsatz von 300 Mio. Euro. Die 1200 Beschäftigten fertigen mehr als 150 fertig verpackte Feinkostsalate, darunter Fischsalate, sowie weitere Fischspezialitäten, Mayonnaise, Soßen und Dressings. Homann beliefert neben dem Lebensmitteleinzelhandel auch Großverbraucher wie Gastronomie, Catering-Anbieter, Bäckereien und Fleischereien.
Nordsee und Homann gehörten in den neunziger Jahren schon einmal einem gemeinsamen Konzern an. Unilever verkaufte Homann an Henderson European Partners.
Im Jahr 2002 hat Heiner Kamps seine Mehrheitsanteile an der Kamps AG an den Nudelhersteller Barilla verkauft. Die italienischen Eigentümer zahlten damals inklusive Übernahme der Schulden insgesamt 1,8 Mrd. Euro. Unmittelbar nach dem Kauf der Nordsee-Kette übernahm Kamps persönlich die Geschäftsführung.
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