Wirtschafts- & Firmeninfos
Hartmann hat Insolvenz angemeldet
Sächsische Spezialitäten brauchen Geld fürs Weihnachtsgeschäft
Radebeul (ke). Die Sächsische Spezialitäten Hartmann GbR, hat mit ihren Marken Vadossi und Nudossi aufgrund des anhaltenden Liquiditätsengpasses Insolvenzantrag beim Amtsgericht Dresden gestellt. Der vom Amtsgericht Dresden eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Dr. Jürgen Wallner, hat Verhandlungen mit den beteiligten Kreditinstituten und dem Freistaat Sachsen zur Absicherung einer Brückenfinanzierung aufgenommen, da beabsichtigt ist, die Produktion aufgrund der großen Marktnachfrage in den nächsten Tagen wieder vollständig aufzunehmen.
Das Traditionsunternehmen war schon seit etlichen Wochen in den Schlagzeilen der lokalen Presse, nachdem die Gespräche mit den Banken um eine Vorfinanzierung der Weihnachtsproduktion gescheitert waren. So wurde die Herstellung des Brotaufstrichs Nudossi Anfang Juli eingestellt. Nach den Worten der geschäftsführenden Gesellschafter Karl-Heinz und Thomas Hartmann sei ein Kredit von 880.000 Euro nicht mehr genehmigt worden, obwohl auf der anderen Seite bereits Bestellungen vorliegen.
Am Firmensitz in Radebeul und den eigenen Bäckerei-Shops in Dresden sind rund 80 Mitarbeiter beschäftigt, die derzeit Kurzarbeit leisten bzw. im Urlaub sind. Unter Vadossi bietet das Unternehmen Konditoreiwaren an, vor allem Saisonbackwaren wie z. B. Stollen, Baumkuchen und andere Gebäcke. Vadossi stehe für exklusivere Delikatessen, für deren Präsentationen der als Genießer bekannte Sachsenkönig August der Starken dient. Die Marzipanbrote, Stollen und Confiserien werden über eigene Läden etwa in Dresden vertrieben. Dieses Konzept soll jetzt zur Disposition stehen. Nudossi heißt der süße Brotaufstrich des Unternehmens, der sich „hervorragend verkaufe“. Das Radebeuler Unternehmen, dessen Tradition bis 1923 zurückreicht, stellte neben der Nuss-Nougat-Creme auch Erzeugnisse wie die Schlauer Power Tub, das kokoshaltige Nasch oder die Milch-Schoko-Creme Nu pogoi her.
Im Jahr 2004 lag der Umsatz des Unternehmens bei 8,4 Mio. Euro. Parallel zur kurzfristigen Liquiditätsabsicherung laufen die Gespräche für eine langfristige Sanierung des Unternehmens durch die Erstellung eines Insolvenzplanes. Hartmann benötigt dringend Geld, um das jetzt beginnende Weihnachtsgeschäft vorfinanzieren zu können.
Das Unternehmen verweist dabei auf laufende Aufträge in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro.
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