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Harter Schlag fürs Handwerk

Rohstoffe, Löhne, Energie – überall steigen die Kosten. Doch wenn Bäcker über Preiserhöhungen nur laut nachdenken, geht ein Aufschrei durch das Land


Ausgerechnet jetzt: Kaum dass sich die Wirtschaft erholt, steigt der Druck auf das Bäckerhandwerk. Und dieser Druck kommt von mehreren Seiten. Zum einen von Bauern und Mühlenbesitzern: Sommerhitze und Unwetter lassen die Ernte schrumpfen und die Rohstoffpreise wachsen. Um 30 Prozent weniger Getreide werde dieses Jahr eingefahren, prophezeit der Bauernverband. Während sich die Lobby der Müller noch den Kopf zerbricht, wann und wie stark die Preise anziehen, sind Rohstoffspekulanten schon ein Schritt weiter: Die Kurse an den Warenterminbörsen erklimmen immer neue Höhen – auch für Kakao und Kaffee.

Eine zweite Druckfront baut sich in der Energiewirtschaft auf. Der Trend für das zweite Halbjahr zeige klar nach oben, sagt die Geschäftsführerin des Bäckerinnungsverbands Baden, Ute Sagebiel-Hannich. Bitter: In kaum einem anderen Land in Europa sind die Kosten so hoch wie in Deutschland.

Zu schaffen macht Betrieben darüber hinaus die Entwicklung der Löhne. Sie sind in den vergangenen Jahren im Schnitt zwischen 2,5 und drei Prozent gestiegen. Fragt sich, wie das Handwerk all das verkraftet? Fest zu stehen scheint schon jetzt: Bäcker sind wieder die Buhmänner.

Als kürzlich in Schlagzeilen von höheren Preisen für Brot und Brötchen die Rede war, ging ein Aufschrei durchs Land – und ein Loblied auf Discouter wurde angestimmt. Tatsächlich versuchen Betriebe, die Preise stabil zu halten, wie der Zentralverband des Bäckerhandwerks betont. Verbandspräsident Peter Becker stellt klar: „Das Deutsche Bäckerhandwerk nimmt den trockenen Sommer mit den gestiegenen Weizenpreisen nicht als Alibi für Preiserhöhungen.“ Geringere Rohstofkosten in der Vergangenheit seien durch „insgesamt gestiegene Kosten aufgesogen worden“. Ob es die Kunden je kaperien?


Artikel vom 28.07.2010
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