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Handwerk kritisiert Ein-Euro-Jobs

Institut der Arbeitsorganisation: Ein-Euro-Jobs bringen wenig


Berlin (hk). Kritik an der Ausweitung von Ein-Euro-Jobs übt ZDH-Präsident Otto Kentzler in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Begrüßt werden Äußerungen der FDP, diese Jobs bei einer Regierungsbeteiligung nur „in wenigen Fällen“ zulassen zu wollen.

Kentzler: „FDP-Generalsekretär Niebel greift hier eine ganz wichtige Forderung des Handwerks auf. Bei den Ein-Euro-Jobs brechen alle Dämme. Ihre Zahl ist auf weit über 200.000 gestiegen, die Bundesregierung peilt 600.000 an.

Die Kommunen setzen die Arbeitslosen oft dort ein, wo sie bis vor kurzem noch Handwerksfirmen beauftragt haben. Das führt zu dem berüchtigten „Drehtüreffekt“ – die Jobber verdrängen regulär Beschäftigte, die so in der Arbeitslosigkeit landen. Es gibt vielerorts immer noch keine wirksame Kontrolle, die geforderten Beiräte existieren nicht in vollem Umfang. Und dort, wo es sie gibt, wird der Einsatz in handwerklichen Tätigkeiten gerne phantasievoll bemäntelt. Die kommunalen Beschäftigungsgesellschaften verstecken solche Tätigkeiten hinter Bezeichnungen wie „Praktikum“, „Qualifizierung“ oder „Vermittlung von Grundfertigkeiten“. Das Bekenntnis, dass eine Regierung von Union und FDP Ein-Euro-Jobs nur in wenigen Fällen zulassen werde, wird vom Handwerk daher ausdrücklich begrüßt. Das spart Milliarden und entlastet die Bundesagentur von administrativen Aufgaben. Die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt muss wieder den Vorrang erhalten.“

Wissenschaftler haben von einer Ausweitung der Ein-Euro-Jobs für Langzeitarbeitslose abgeraten. Der Nutzen solcher aktivierenden arbeitsmarktpolitischen Instrumente sei sehr begrenzt. Einen nennenswerten Beitrag im Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit könnten sie nicht leisten, heißt es in einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg.

Das IAB wörtlich: „Befristete Arbeitsgelegenheiten können dazu dienen, Langzeitarbeitslose wieder an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen und ihre Verfügbarkeit zu prüfen. Bei breitem Einsatz besteht jedoch die Gefahr der Verdrängung regulärer Beschäftigung. Das gilt besonders, wenn die Maßnahmen lang und die Stunden Vergütungen niedrig sind.


Artikel vom 17.08.2005
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