Tagungen & Messen

Handwerk hofft auf politische Impulse

Pressekonferenz zur IHM: Die Stimmung ist besser als die tatsächliche Lage


München (ke). Das Handwerk in Deutschland blickt nach einem weiteren Krisenjahr verhalten optimistisch in die Zukunft. Der Umsatz der Branche sei 2005 wie im Vorjahr um zwei Prozent zurückgegangen, sagte der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, in München. Die Zahl der Beschäftigten nahm im vergangenen Jahr um 140.000 ab. Auch für 2006 sei mit einem Verlust von bis zu 80.000 Arbeitsplätzen zu rechnen. Insgesamt hofft der Verband für dieses Jahr aber auf „ein kleines Plus bei den Umsätzen“ in Höhe von „bis zu einem Prozent“. Auf der Pressekonferenz zur Internationalen Handwerksmesse (IHM) 2006 in München sagt Schleyer: „Die Stimmung im Handwerk ist besser als die tatsächliche Lage.“

Als Grunde für die Aufbruchstimmung nannte er die anhaltend hohe Auslandsnachfrage sowie „gute Signale der Tarifparteien“. Außerdem habe die große Koalition aus Sicht des ZDH eine Reihe richtiger Entscheidungen getroffen. So decke sich das Positionspapier der Regierung zur EU-Dienstleistungsrichtlinie mit den Branchen-Erwartungen. Die Mehrwertsteuererhöhung lehnt das Handwerk jedoch weiterhin ab. So käme mit der geplanten Steuerreform die größte Steuererhöhung der Nachkriegsgeschichte – 48 Mrd. Euro aus Mehrwertsteuer, Versicherungssteuer, „Reichensteuer“ und „Koch-Steinbrück-Liste“ – auf Betriebe und Bürger zu. Die Absenkung der Lohnzusatzkosten hingegen sei richtig, sie müsse aber durch Einsparungen und Reformen umgesetzt werden. Geldspritzen von der rechten in die linke Tasche ersetzten keine Reformen. Zumal von der Mehrwertsteuererhöhung noch nicht einmal ein Drittel dafür eingesetzt werden soll. Schleyer hofft auf einen „großen Ruck“ für Deutschland, dessen Startsignal aber von der Politik kommen müsse. „Das Vertrauen, das gerade jetzt in der Wirtschaft und bei den Menschen wächst, darf nicht wieder verspielt werden.“

Der Bayerische Handwerkstag (BHT) ist gegen die von der Bundesregierung geplante Verschiebung der Erbschaftsteuerreform auf den 1. Januar 2008. ZDH-Vizepräsident Heinrich Traublinger, Präsident der HWK für München und Oberbayern sowie Vorsitzender des Aufsichtsrates der Gesellschaft für Handwerksmessen (GHM), München, verwies darauf, dass eine Verknüpfung der Erbschaftssteuer- mit der Unternehmensteuerreform weder sinnvoll noch notwendig sei. Die Bundesregierung hatte in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die Erbschaftssteuerschuld bei Betriebsfortführung über einen Zeitraum von zehn Jahren zu stunden.


Artikel vom 17.03.2006
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Fokus vom 17.03.2006:

Zuckermarktreform verabschiedet
Schutz durch bessere Information
Zu Lasten der kleinen Betriebe
Kleine stärker fördern
ZDH lehnt Mindestlohn per Gesetz ab
Angebot auf die Zielgruppe zugeschnitten
www.german-bakers.org
Lebensmittelforum
Fachangebote sind in separatem Bereich
Beitragsfalle GmbH-Geschäftsführer

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Fokus


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Tomaten-Brötchen
Rezept der Woche Gebäck mit Haferkleie und getrockneten Tomaten mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!