Meinung
Gute Ernte – sinkende Preise?Kommentar
Angebot und Nachfrage bestimmen bekanntlich den Preis, aber bei landwirtschaftlichen Produkten ist das so eine Sache. Auch den Getreidepreis soll das eherne Grundprinzip der Marktwirtschaft zunehmend bestimmen – hört man jedenfalls. Das müsste den Bauern eigentlich recht sein, allerdings haben sicher viele mit höheren Preisen für die Tonne Getreide gerechnet, als es jetzt wohl geben wird. Der Mehlpreis könnte also fallen. Vermutlich. Denn da sind ja noch einige Unbekannte, wie etwa die Qualität der Ernte, eine europäische Subventionspolitik inklusive Förderung der Bio-Energie und Spekulationen an den Rohstoffmärkten.
Bäcker stellen hohe Ansprüche an die Mehlqualität, A-Weizen ist das Maß aller Dinge: Ist der Proteingehalt zu niedrig, müssen die Mühlen kräftig mischen, wohl auch importieren, was eine sehr differenzierte Preisgestaltung zur Folge haben könnte. Ob deutsche Bauern dabei verdienen, ob sie mit Brot- oder mit Bio-Energie-Getreide mehr verdienen können und ob Bäcker weniger über die Mehlpreise stöhnen müssen, bleibt spannend. Der Schulterschluss von Bäckern und Bauern in Westalen-Lippe lässt jedenfalls hoffen, dass die Querelen über die Preisfindung – hüben wie drüben – der Vergangenheit angehören (S. 9).
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