Aktuell
Getreide im Klimawandel
Spekulationen bei Auswirkungen auf Pflanzen
Hohenheim (ke). Beim Thema Klimaerwärmung werden zurzeit vor allem Katastrophenmeldungen verbreitet. Zwar wissen die Klimaforscher nicht genau, welche Hypothesen tatsächlich eintreffen werden, doch dass es weltweit insgesamt wärmer wird, stünde außer Frage. Hierzulande könnte es daher künftig zu mehr Winternässe und größerer Sommertrockenheit kommen. Das bedeutet: Weniger Frosttage und mehr Sommertage.
Wenn es in Europa wärmer wird, profitieren in erster Linie die Pflanzen, so Prof. Andreas Fangmeier von der Universität Stuttgart-Hohenheim. Er rechnet in Zukunft wegen des durch den Menschen verursachten stetigen CO-Anstiegs mit steigenden Erträgen: Die Pflanzen fühlten sich bei höherem CO-Gehalt wohler und würden so aus der Luft besser mit dem wichtigen Element Kohlenstoff versorgt. Bei Weizen könnte das zum Beispiel dann eine Ertragssteigerung von etwa 30 Prozent betragen. Wobei man allerdings nicht sagen könnte, wie sich die möglichen Extremwetterlagen auswirkten.
Dass sich das Getreide selbst verändern könnte, wäre ein weiterer problematischer Nebeneffekt: Obwohl durch die Luft ein deutlich besseres Nährstoffangebot zu verzeichnen sei, könnte der Stickstoffgehalt im Mehl und damit auch der Proteingehalt deutlich runter gehen.
Prognostiziert werden zudem negative Veränderungen bei der Anzahl der Aminosäuren, die sich auf die Qualität des Getreides auswirken. So seien Veränderungen in Bezug auf Teigstabilität und Backqualität zu befürchten, so Fangmeier.
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