Aktuell

Getestet: Beim Ei scheint alles einerlei

Bio, Freiland, Bodenhaltung oder Käfig – Hauptunterscheidungsmerkmal ist der Preis


Köln (kh). Der Westdeutsche Rundfunk wollte es wissen: Wo liegen im Eierwald die Unterschiede, gibt es überhaupt welche?

In der WDR-Sendung Markt nahmen sich die Redakteure des Themas an und kauften ein, je erlaubter Haltungsform 10 Eier. Also je 10 Bio-Eier, Freilandeier, Eier aus Bodenhaltung und Käfig-Eier. Dann ging´s ab ins Labor und zwar in ein renommiertes: Das Labor Wulf Bostel ist zugelassen für die Untersuchung von amtlichen Gegenproben von Lebens- und Arzneimitteln in Stuttgart. Das Labor testet seit 35 Jahren auch Eier und Eiprodukte. Alle Eier waren frisch. Auch die Suche nach Salmonellen blieb erfolglos. Die Anfang des Jahres aufgedeckte Behandlung von Hühnerställen mit Nikotin zur Schädlingsbekämpfung war für die Redaktion auch Anlass, die Eier auf Rückstände von Nikotin und dessen Stoffwechselproduktes Cotinin untersuchen. Auch hier gab das Labor Entwarnung, alles ohne Befund.

Dann ging es an die sensorische Prüfung der Eier, mit einem für viele wohl verblüffenden Ergebnis: „Vom Geruch und der Qualität her für den Verbraucher finde ich keinen Unterschied,“ so der Lebensmittelchemiker.

Einzig das Bio-Ei konnte er als solches identifizieren, aber nicht am Geschmack oder Geruch, sondern an der helleren Farbe des Dotters.

Große Unterschiede gab es aber erwartungsgemäß bei den Preisen. Zehn Eier aus Biohaltung kosteten im Schnitt 2,81 Euro, gefolgt von denen aus Freilandhaltung mit 1,98 Euro. Auf Platz drei der Preisskala folgen die Eier aus Bodenhaltung mit durchschnittlich 1,76 Euro. Die günstigsten Eier waren erwartungsgemäß die aus Käfighaltung mit 0,85 Euro im Durchschnitt.

Qualitative Unterschiede bei Eiern aufgrund der Haltungsform sind, zumindest bei dieser Stichprobe aus dem Markt, nicht offensichtlich feststellbar.

Aber gerade bei Eiern spielt auch die Ethik eine Rolle. Den Käfighühnern steht bekanntlich gerade einmal eine Fläche von 550 Quadratzentimetern als Minimum zu. Zum Vergleich: Eine DIN-A4 Seite hat die Fläche von 623,7 Quadratzentimetern.

Statistisch gesehen liegt der Pro-Kopf Verbrauch an Eiern bei 220 Stück. In Deutschland werden pro Jahr rund 17 Milliarden Eier verarbeitet. Eier sind Bestandteil auch vieler Backwaren.


Artikel vom 02.11.2006
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Fokus vom 02.11.2006:

Einheitliches Öko-Logo
GVOs vor Einfuhr stoppen
Ist Cumarin weiter in aller Munde?
Grußwort und Messlatte zugleich
Analysieren, kreieren und informieren
Comeback für „Ruppiner Feingebäck“
Mit attraktiven Preisen
Angemessener Gewinn in Sicht
Expansion im Großhandel
Schweden kaufen Gramss

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Fokus


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Tomaten-Brötchen
Rezept der Woche Gebäck mit Haferkleie und getrockneten Tomaten mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!