kolumne

Gesünder salzen mit Himalaya-Salz?


In dem Buch „Wasser und Salz, Urquell des Lebens“ von Hendel und Ferreira wird von den besonderen Heilwirkungen des Himalaya-Salzes berichtet. Es stamme aus einem der Urmeere und ist 250 Millionen Jahre alt, es soll alle für den Menschen notwendigen Mineralstoffe enthalten und somit als Kristallsalz den Ursprung des Lebens darstellen. Auf dieser Basis wird dem Salz eine Reihe von gesundheitlichen Wirkungen zugeschrieben, die von anderen Salzarten (Stein- oder Siedesalz) angeblich nicht ausgingen.

Das Kochsalz, das wir üblicherweise für die Herstellung der Backwaren verwenden, ist chemisch gesehen Natriumchlorid. Es kommt überall auf der Welt vor, in Deutschland wird es als Steinsalz oder Siedesalz gewonnen. Die Salzlagerstätten sind meistens dadurch entstanden, dass Meerwasser vor vielen Millionen Jahren verdunstete und diese Schicht von Fels überlagert und komprimiert wurde. So hat das bei uns oder in Pakistan bergmännisch gewonnene Meersalz im Prinzip die gleiche Herkunft wie das am Mittelmeer oder am Atlantik „geerntete“ Salz. Die Zusammensetzung der zusätzlichen Mineralstoffe kann leicht unterschiedlich sein, doch wir finden in jeder Sorte über 97 Prozent Natriumchlorid. Das im Handel befindliche Kochsalz enthält außer Natriumchlorid und Mineralstoffen noch Rieselhilfen sowie zum Teil Jod und Fluor.

Die Rieselhilfsstoffe bestehen aus beispielsweise Calciumsilikat, das gesundheitlich völlig unbedenklich ist. Andere Stoffe werden nicht so gut bewertet, doch durch Vergleich der Zutatenlisten kann der Konsument auswählen. Der Zusatz von Jod und auch von Fluor sollte ausdrücklich positiv gesehen werden, denn damit erreicht man eine deutlich bessere Versorgung der Bevölkerung mit diesen gesundheitlich notwendigen Mikronährstoffen.

Nun wird behauptet, dass das Himalaya-Salz (aus Pakistan) besonders gesundheitsfördernd sei, da es sämtliche Mineralien und Spurenelemente des menschlichen Körpers enthalten soll. Doch es wird weder eine Liste der Inhaltsstoffe noch eine Mengenangabe der Inhaltsstoffe vorgelegt. Die Behauptung, dass das Salz aus dem Himalaya besonderen Druckverhältnissen unterlag, ist auch schwer nachvollziehbar, denn das gilt auch für die deutschen Salzlagerstätten.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. hat schon 2003 (DGE info Heft 4/2003, S. 51) zum Himalaya-Salz in Ihrer Stellungnahme u. a. folgendes geschrieben:

„Besondere Wirkungen auf den Körper durch Verzehr von Kristallsalz aus dem Himalaya sind bislang wissenschaftlich nicht belegt. Aus gesundheitlicher Sicht ist es also keinesfalls gerechtfertigt, Himalaya-Salz dem jodierten und fluorierten Kochsalz vorzuziehen. Eine zusätzliche Einnahme des Kristallsalzes ist auf Grund einer durchschnittlich bereits überhöhten Salzzufuhr der deutschen Bevölkerung ebenfalls nicht zu befürworten. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass es aus ökologischen Gründen nicht sinnvoll sein kann, ein Lebensmittel, welches in ausreichend guter Qualität hierzulande verfügbar ist, über Tausende von Kilometern zu transportieren.“ Dieser Aussage sollte man sich anschließen.


Artikel vom 27.04.2007
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