Trends & Märkte

Geschmack und Gesundheit gefragt

Anuga greift mit Innovationen und Marketingkonzepten aktuelle Trends auf


Köln (age). Eine gesunde Ernährung, Frische und Convenience zählten heute zu den Schlüsselbegriffen in der Ernährungsindustrie. Das geht nach Angaben der Kölnmesse aus der jetzt vom Marktforschungsunternehmen AC Nielsen vorgelegten Studie „What's hot around the globe“ hervor, in der eine weltweite Aufschlüsselung aktueller Trends nach Regionen vorgenommen wird. Mit seiner Untersuchung unterstütze Nielsen die Unternehmen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie bei der Analyse der Verbrauchervorlieben, erklärte die Kölnmesse mit Blick auf die vom 13. bis 17. Oktober in der Domstadt stattfindende Allgemeine Nahrungs- und Genussmittelausstellung (Anuga), auf der mehr als 6000 Anbieter aus rund 100 Ländern ihre Innovationen und neue Marketingkonzepte vorstellen werden. Einen Überblick über die Neuheiten der Anuga vermittle die Sonderschau „Taste_07“, die ausgewählte Innovationen der Messe zeige. In seiner Studie habe Nielsen auch global gültige Konsumtrends identifizieren können, die das Wachstum in einzelnen Kategorien befeuert hätten, teilte die Kölnmesse mit.

So konzentrierten sich Verbraucher weltweit bei der Ernährung tendenziell auf zwei Schwerpunkte, nämlich „Geschmack, Gesundheit und Nährwert“ sowie „Komfort und praktischer Nutzen“. Laut Nielsen-Studie habe die Lebensmittel- und Getränkeindustrie von Mitte 2005 bis Mitte 2006 weltweit ein Wachstum von 4 % verbucht. Diese Wachstumsrate habe allerdings je nach Region und betrachteter Warengruppe erheblich differiert. Insgesamt neun Produktkategorien, die mit den Argumenten Frische, gesunder Marktwert und Convenience vermarktet worden seien, hätten weltweit zweistellige Zuwachsraten erreicht.

Wachstumsrenner Trinkjoghurt

Internationaler Spitzenreiter bleibe der Trinkjoghurt mit einem Plus von 18 Prozent heißt es in der Nielsen-Studie. Der Erfolg setze sich aus den Komponenten guter Geschmack, Gesundheitsaspekte, praktische Verpackung und der Tatsache zusammen, dass das Getränk überallhin mitzunehmen sei. In 29 von insgesamt 45 für diese Kategorie relevanten Ländern seien die Umsätze bei Trinkjoghurt um 10 Prozent geklettert. Zum echten Shootingstar sei das Produkt in China mit einem Topwachstum von 49 Prozent geworden. Damit befinde sich der Trinkjoghurt in guter Gesellschaft, denn auch andere Getränke auf Milchbasis erfreuten sich rund um den Globus einer steigenden Nachfrage, meist sogar im zweistelligen Prozentbereich. Zudem habe weltweit die Nachfrage nach frischem Fisch und Meeresfrüchten stark angezogen, so die Studie. Fisch habe als nahrhaftes, fettarmes und bekömmliches Lebensmittel im Jahresvergleich 2005/06 die Wachstumsraten von Fleisch toppen können.

Auch frische Fertigsalate und Babymilchnahrung gehörten mit zweistelligen Zuwächsen zu den Gewinnern.

Eindeutig Trend zur Frische

In der Nielsen-Studie wird ferner darauf verwiesen, dass immer häufiger frische Produkte im Einkaufswagen der Verbraucher landen. Der Handel fördere diesen Trend, indem er erheblich mehr Verkaufsfläche für das wachsende Frischeangebot bereitstelle und kühltechnisch aufrüste. Daher überrasche es nicht, dass bereits vier der neun Top-Wachstumskategorien weltweit den frischen Lebensmitteln zuzuordnen seien. Viele dieser erfolgreichen Produktgruppen bezögen ihr dynamisches Wachstum aber nicht aus den Merkmalen Gesundheit und Frische; ein mindestens ebenso wichtiges Kaufmotiv sei Convenience, also die bequeme und zeitsparende Zubereitung der Produkte. Auch hier kenne der Trend keine regionalen und nationalen Grenzen. China verbuche beispielsweise bei industriell gefertigter Babykost und Milchnahrung die höchsten Zuwachsraten.

Der Boom bei den Tiefkühlvorspeisen komme dagegen aus Nordamerika. Die neuen Snackangebote im untersuchten Zeitraum fänden vor allem bei Familien mit ihrem Bedarf an schnellen und unkomplizierten Mahlzeiten eine hohe Akzeptanz. Und noch ein weiterer Trend bestimmt laut Nielsen das Kaufverhalten der Verbraucher zwischen New York und Neu Delhi: Die Konsumenten erwarteten ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis für die Produkte und entschieden sich deshalb oft auch für Handelsmarken. Für die Markenhersteller sei dies eine gewaltige Herausforderung, den höheren Preis ihrer Produkte auch durch einen nachvollziehbaren Mehrwert zu dokumentieren.


Artikel vom 04.10.2007
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