Aktuell

Geschlossenes Auftreten ist gefragt

ZDH-Präsident Otto Kentzler auf der Mitgliederversammlung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks


Berlin (wo). Die Jahrestagung des Zentralverbands des deutschen Bäckerhandwerks war geprägt durch einen Besuch der Delegierten in der neuen Geschäftsstelle des Verbands in Berlin (siehe ABZ 39, Seite 1), durch aktuelle Vorträge zu den Themen „Leitbild für das Bäckerhandwerk“, „Qualität inszenieren“ und „Marktbehauptung handwerklicher Bäckereien“ (ausführliche Berichte folgen), den Vorstandssitzungen und der Mitgliederversammlung. „Bisher hatten Sie einen guten Hauptgeschäftsführer, jetzt haben Sie einen ausgezeichneten“, erklärte Dr. Eberhardt Groebel den Delegierten nach dem Anstecken des Handwerkszeichens in Gold durch ZDH-Präsident Otto Kentzler. „Sie haben sich in kritischer und konstruktiver Weise um die Geschlossenheit im Handwerk verdient gemacht“, begründete Kentzler die Auszeichnung Groebels auf der Jahrestagung des Zentralverbands. Kentzler nutzte die Ehrung auch, um einige Forderungen des Handwerks an die künftige Regierung zu formulieren. „Alles, was Konjunktur abwürgt muss weg“, so seine Devise. „Denn gerade unser Wirtschaftszweig kann bei verbesserten Rahmenbedingungen wieder relativ schnell wachsen.“ Eine Mehrwertsteuererhöhung sei diesbezüglich eindeutig der falsche Weg. Gefragt seien außerdem eine rechtsformneutrale Steuerreform, die schon ab dem Jahr 2006 greife und eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts. Wichtig bei all den Forderungen, sei, dass man gegenüber den Parteien geschlossen und konstruktiv auftrete.

„Der Faktor Arbeit muss dringend entlastet werden“, so ZV-Präsident Peter Becker. So sei in Sachen Urlaub eine Reduzierung um 3 Tage durchaus angebracht. Und bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall biete sich an, einen Karenztag einzubauen.

Weitere Stolperfallen für die Handwerkskonjunktur seien das drohende Antidiskriminierungsgesetz und die EU-Dienstleistungsrichtlinie. Hier gelte es, soweit möglich, durch effektive Lobbyarbeit schlimmstes zu verhindern. In dem Zusammenhang streifte Becker auch die häufig kritisierte Pflichtmitgliedschaft bei der Handwerkskammer und die Innungsmitgliedschaft und merkte an: „Wir sind gut beraten, die Fachverbände zu stärken und die Finanzierung des Zentralverbands des Handwerks mit den Kammerbeiträgen zu sichern.“

Auch Dr. Eberhardt Groebel verdeutlichte, dass man mit einer gut funktionierende Interessenvertretung das Handwerk vor größerem Schaden bewahren kann. So habe man zum Beispiel bezüglich der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung seitens des Verbandes einiges erreichen können. Außerdem habe man mit dem Programm PIN-Backwaren ein hilfreiches Instrument entwickelt, den gesetzlichen Vorgaben nachzukommen. „Interessenvertretung und Öffentlichkeitsarbeit hängen zusammen“, so Groebel weiter, der auf die Aktivitäten der Werbegemeinschaft des Deutschen Bäckerhandwerks verweis, die mit ihrem jährlichen Etat von 1,18 Mio. Euro effektive Imagearbeit fürs Handwerk machen. Die neue Kampagne „FÜR JEDEN ... DAS PASSENDE! – besser wir backen das Brot“ ist jeden falls recht ansprechend.

Zur Zusatzversorgungskasse merkte Groebel an, die sei finanziell in einer guten Verfassung. Immerhin könne man die Rentenleistungen aus dem Ertrag heraus finanzieren.

Zum Abschluss der Versammlung ist Wolfgang Miehle, langjähriges Vorstandsmitglied des ZV und LIM des BIV Westfalen-Lippe für seine Verdienste um das Bäckerhandwerk zum Ehrenmitglied des Zentralverbands ernannt worden.


Artikel vom 06.10.2005
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