Aktuell
Geringer Wertanteil von Weizen im Brot
ZMP widerspricht Meldungen zu Brotpreisen / Rohstoffanteil steigt von 4 auf 6 Prozent
Bonn (age). Medienberichten über teures Getreide und daraus resultierende hohe Brotpreise hat die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) anhand einer Beispielsrechnung widersprochen. Wie die Bonner Marktbeobachter vergangene Woche feststellten, werden bei der Herstellung von 750 g Weißbrot rund 680 g Weizenmehl eingesetzt. Hierfür würden bei einem Vermahlungsgrad von 80 Prozent etwa 850 g Weizen benötigt. Der Weizenpreis lag der ZMP zufolge im Juli 2007 mit rund 190 Euro/t um gut zwei Drittel höher als im Vorjahr. Damit kosteten 850 g Weizen derzeit 16 Cent und damit 6 Cent mehr als im Juli 2006, erklärten die Bonner Marktbeobachter. Bei einem angenommenen Preis von 2,50 Euro für ein Kilogramm Brot sei der Rohstoffanteil des Weizens am Verkaufspreis somit im Jahresvergleich von 4 auf 6 Prozent gestiegen. Natürlich hätten neben den höheren Getreidepreisen viele weitere Faktoren Auswirkungen auf die Brotpreise, so die ZMP. Vor allem Verarbeitungs- und Handelsspannen bestimmten den Produktpreis von Nahrungsgütern. Diese wiederum würden erheblich von Energie-, Lager-, Transport- und Personalkosten sowie Mieten oder auch Steuern beeinflusst. Gerade diese Faktoren seien oft wesentlich maßgeblicher als Preise für Agrarrohstoffe, betonten die Bonner Marktbeobachter. Auch der Bayerische Bauernverband (BBV), der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) und der Thüringische Bauernverband (TBV) sahen sich angesichts der Medienberichte veranlasst, auf den geringen Rohstoffkostenanteil im Endprodukt Brot hinzuweisen, wobei sie teilweise auf ZMP-Berechnungen verwiesen. Der BBV erklärte, Schlagzeilen wie „Getreide ist so teuer wie nie zuvor“ und „Versorgungsknappheit treibt die Brotpreise hoch“ entbehrten jeglicher Grundlage. Zwischen 1950 und 1992 seien Weizen und Roggen in Bayern durchgehend teurer gewesen als jetzt. Den Höchststand habe der Weizenpreis im Jahr 1983 mit fast 26 Euro/dt erreicht; heute seien es zwischen 16 und 18 Euro/dt.
Artikel vom 02.08.2007
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