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Gen-Leinsamen in vielen Lebensmitteln

Untersuchung von Greenpeace und CVUA Freiburg weist Verunreinigungen nach


Stuttgart (ke). Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Freiburg hat in auf dem deutschen Markt angebotenen Leinsamen Spuren gentechnisch veränderter Saaten entdeckt, die vermutlich aus Kanada stammen und womöglich auch in andere EU-Staaten geliefert wurden. Das Amt hatte aufgrund erster Verdachtsmomente 41 Proben untersucht und davon in 16 Proben (39%) gentechnisch veränderten Leinsamen nachgewiesen. Alle positiven Proben stammten von konventionell angebauten Erzeugnissen (59%), während sämtliche 14 bisher untersuchten Erzeugnisse aus ökologischem Anbau einen negativen Befund ergaben.

Viele Hersteller betroffen

Untersuchungen, die die Umweltorganisation Greenpeace in Auftrag gab, hatten zuvor ergeben, dass diese Leinsamen auch bereits in einigen Lebensmitteln verarbeitet wurden. So wurde nach Testkäufen in Hamburger Supermärkten gentechnisch veränderter Leinsamen in Brötchen, Müsli, Backmischungen, sowie in ganzen und geschrotetem Leinsamen nachgewiesen. Greenpeace hatte im September stichprobenartig in Märkten von Edeka, Rewe, Rossmann und Schlecker in Hamburg Brötchen, Müsli, Backmischungen, sowie in ganzen und geschroteten Leinsamen gekauft und von einem Speziallabor untersuchen lassen. Bei Rewe war die illegale Leinsaat in Mehrkorn-Brötchen der Marke Harry, in Frühstücksmüsli von Seitenbacher, in der Küchenmeister-Backmischung Mehrkornbrot mit Hefe sowie in geschrotetem Leinsamen der Eigenmarke von Rewe festgestellt worden, wie Greenpeace weiter berichtet. Bei Edeka wurden laut Greenpeace geschrotete Leinsamen der Marke Schapfenmühle positiv getestet, bei Schlecker ganzer Leinsamen der Schapfenmühle und bei Rossmann Leinsaat der Firma Seeberger.

Greenpeace hat Hersteller und Supermärkte aufgefordert, die illegalen Gen-Produkte sofort aus den Regalen zu nehmen und durch Kontrollen sicherstellen, dass die Verbraucher vor Verunreinigungen geschützt werden. Gleichzeitig weist die Organisation darauf hin, dass „unsere Lebensmittel nur dann frei von Gentechnik bleiben, wenn der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen weltweit verboten wird“.

Europaweites Problem

Transgene Leinsaaten sind generell in der EU weder zum Anbau noch als Lebensmittel zugelassen. Nach den Worten des baden-württembergischen Verbraucherschutzministers Peter Hauk handelt es sich dabei um ein europaweites Problem. im Jahr 2006 wurden 600.000t Leinsamen in die EU importiert, rund 70 Prozent davon aus Kanada. Vor etwa 10 Jahren wurde in Kanada und den USA gentechnisch veränderter, herbizidresistenter Leinsamen (Flachs) mit der Handelsbezeichnung CDC Triffid (Event FP967) zum Anbau zugelassen.

Die Sortenzulassung 2001 für CDC Triffid wurde jedoch in Kanada wieder zurückgenommen. Nach offiziellen Angaben soll bisher weder in den USA noch in Kanada ein kommerzieller Anbau von CDC Triffid stattgefunden haben. Die entdeckte Gen-Leinsaat enthält ein Resistenz-Gen gegen das Antibiotikum Kanamycin. Dabei könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Resistenz auf Bakterien übertragen wird. Eine solche Übertragung gefährde laut Greenpeace die Wirksamkeit des Antibiotikums auch beim Menschen.


Artikel vom 16.09.2009
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