Aktuell
Gemeinsame Lobbyarbeit im Visier
Arbeitsgemeinschaft Lebensmittelhandwerk gegründet / Synergieeffekte erwartet

Durch die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft streben die Verbände des Lebensmittelhandwerks einen effektive Lobbyarbeit an (von links): Roland Demleitner, GF Privatbrauereien, Martin Fuchs, DFV-Hauptgeschäftsführer, Manfred Rycken, DFV-Präsident, Pet
Dem Gremium gehören der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V., der Deutsche Fleischer-Verband e.V., der Deutsche Konditorenbund, der Verband Deutscher Mühlen, die Union der italienischen Speiseeishersteller in Deutschland e.V. und der Bundesverband mittelständischer Privatbrauereien e.V. an.
Wie die Präsidenten dazu erklärten, sollen keineswegs wichtige Unterschiede und spezielle Charakterzüge in den Hintergrund gedrängt werden. Es liege aber im gemeinsamen Interesse, bei den zahlreichen Gesprächs- und Verhandlungspartnern immer wieder darauf hinzuweisen, dass die Qualität und Vielfalt des deutschen Lebensmittelangebotes lokal, regional und bundesweit maßgeblich von handwerklicher Qualifikation und individuellen Rezepturen geprägt sei.
Neben der Verantwortung gegenüber dem Verbraucher sehen die Verbände Gemeinsamkeiten in der gesellschaftspolitischen Verantwortung für Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Deshalb müssen sich Entscheidungen des Gesetzgebers auf Bundes- und Landesebene stärker als bisher an der betrieblichen Realität der Mehrheit der Lebensmittelhersteller in Deutschland ausrichten und weniger an den Möglichkeiten industrieller Großproduktion.
Handwerkliche Lebensmittelherstellung genießt zurecht größtes Vertrauen beim Verbraucher, der auch immer stärker akzeptiert, dass diese Qualität nicht zu Billigpreisen zu haben ist. Diese Erzeugnisse sind keine Wegwerfartikel, sondern auf Grund der Rohstoffqualität und der sorgfältigen Herstellung nach individuellen Rezepten Markenartikel besonderer Prägung. Als künftige Arbeitsschwerpunkte formulierte die Arbeitsgemeinschaft das Lebensmittel- und Lebensmittelhygienerecht sowie Fragen der Kennzeichnung unverpackter Lebensmittel, die Novellierung der Verpackungsordnung sowie diverse steuer- und sozialpolitische Themen, für die wegen der vergleichbaren Betriebsgrößenstruktur der beteiligten Verbände gemeinsame Lösungsvorschläge sinnvoll sind.
Im Interesse einer effizienteren Lobbyarbeit für das deutsche Lebensmittelhandwerk soll sich die Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgemeinschaft insbesondere auch auf EU-Ebene, z. B. in den europäischen Dachverbänden, erstrecken. Die Arbeitsgemeinschaft hat sich auf ein rotierendes Führungssystem verständigt. Der Vorsitz liegt 2006/2007 beim Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks, dessen Büro in Berlin zugleich der Sitz der AG Lebensmittelhandwerk ist.
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