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Gegenteilige Auswirkungen

Konsumrückgang und Nachwürzen als Folge von salzreduzierten Backwaren


Hannover (p). Dürfen Backwaren, die Handwerksbäcker nach traditionellen Rezepten herstellen, in wenigen Monaten nicht mehr als „gesunde Lebensmittel“ bezeichnet werden? – so war eine Pressekonferenz mit Brotverkostung überschrieben, die der Bäckerinnungs-Verband Niedersachsen/Bremen (BIV) veranstaltet hat und zu der auch Mitglieder des niedersächsischen Landtagsausschusses für Europaangelegenheiten eingeladen waren.

Weil Speisesalz Herz-/Kreislauferkrankungen fördern können, wolle „die EU-Kommission im Zuge ihrer Verbraucherschutzpolitik die durchschnittliche Salzdosierung in Getreideprodukten halbieren“, so BIV-Geschäftsführerin Bettina Emmerich-Jüttner und Wilhelm Hundertmark, Leiter der Bäckerfachschule Hannover. Ein aktuelles Arbeitspapier der EU zur Feststellung von Nährwertprofilen schlage Schwellenwerte für den Brennwert, den Gehalt an gesättigten Fettsäuren, Zucker und Natrium vor, berichtete der Verband den Gästen. Die Brüsseler Empfehlung für Natrium liege bei 400 Milligramm je 100 Gramm Gebäck. Weniger Salz führe unweigerlich zu einem spürbaren Geschmacksverlust. Wie sehr sich die verringerten Salzzugaben geschmacklich auswirken, merkten alle Teilnehmer der Verkostung, bei der handelsübliche Gebäcke mit nach EU-Vorgaben salzreduzierten Produkten verglichen wurden: „Fade“, „langweilig“ oder „das schmeckt ja nach gar nichts“ lauteten die Kommentare.

Sollte das Nährwertprofil in der vorgeschlagenen Form umgesetzt werden, könne das „sehr leicht dazu führen, dass der Brot- und Brötchenkonsum spürbar nachlässt oder dass die Verbraucher mit Salz nachwürzen“, prognostizierten Emmerich-Jüttner und Hundertmark diese Entwicklung. Die Grenzwerte erreichten damit genau das Gegenteil von gesundheitlichem Verbraucherschutz.


Artikel vom 19.12.2008
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