Aktuell
Gegen Ausbildungsbonus
Direkte betriebliche Subventionen für Ausbildungstarifs
Düsseldorf (p). Der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) ist eine von vielen Institutionen, die den angekündigten Ausbildungsbonus (geplant ab Herbst 2008) strikt ablehnt, da er alle Betriebe bestraft, die in den letzten Jahren aufgrund der Bemühungen im Ausbildungskonsens der einzelnen Bundesländer zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt haben. Sicherlich sind verschiedene Maßnahmen notwendig, um die so genannten Altbewerberinnen und Altbewerber, für die es in Deutschland nicht einmal eine eindeutige Definition gibt, für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren.
Das von der Bundesregierung vorgelegte Konzept sieht vor, dass nahezu alle Altbewerber, das heißt Schulabsolventen aus früheren Jahren, für eine Förderung in Frage kommen. Zur Zielgruppe gehört selbst der Abiturient, der sich 2006 um einen Ausbildungsplatz beworben hat und fünf Absagen vorlegen kann. Dies führt zu unnötigen Mitnahmeeffekten und Fehlanreizen, da selbst eine ganz normale Ausbildung mit leistungsstarken Realschul- und Hauptschulabsolventen gefördert werden soll. Die Ausbildung von Altbewerbern ist im dualen System auch ohne Zuschuss völlig normal. Viele Betriebe suchen sogar gezielt „Altbewerber“, da sie volljährige Schüler mit Führerschein für eine Ausbildung einzustellen beabsichtigen. „Mindestens seit Verabschiedung des Ausbildungskonsenses NRW im Jahr 1996 sind sich alle relevanten Akteure in Nordrhein-Westfalen, das heißt Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Kammern, Bundesagentur, kommunale Spitzenverbände und Landesregierung, einig, dass direkte betriebliche Subventionen für Ausbildung nicht der richtige Weg sind“, heißt es in einer Pressemeldung des WHKT.
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