Meinung

Gefundenes Fressen Kommentar


Der überwiegende Teil der deutschen Verbraucher lehnt genveränderte Lebensmittel strikt ab. Das musste der Lebensmitteleinzelhandel schon schmerzlich erfahren. So hat man mangels Nachfrage entsprechende Produkte wieder aus den Regalen geholt. Zum Leidwesen von Monsanto und Co., die gerne ihre frisierten Rohstoffe massenhaft unter die Menschheit gebracht hätten und die verbissen um jede Zulassung und gegen die Kennzeichnung von genveränderten Produkten kämpfen. Schließlich wollen sie sich den Reibach nicht entgehen lassen, der mit genveränderten Rohstoffen zu machen ist.

Die Sache ist also nicht vom Tisch. Das zeigen jetzt vor allem die Entdeckung von gentechnisch verändertem Leinsamen (siehe Seite 4). Ein gefundenes Fressen für die Gen-Gegner und die Bio-Branche. Denn heißt es nicht schon lange, die Kontrollen seien zu lasch, die unmittelbare Nähe von, zum Beispiel, Bio-Kulturen und Gen-Pflanzungen von Übel und überhaupt die Lobby der Agroindustrie zu mächtig?

Jetzt haben wir den Salat. Denn hier handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur um die Spitze des Eisbergs. Nach dem Motto: Wer Gen-Leinsamen sät, macht vor der Ernte und in Verkehrbringung von Gen-Raps, Gen-Mais und oder Gen-Soja nicht halt – mit oder ohne Zulassung. Wenn dem so wäre, könnte man von einem großangelegten menschlichen Tierversuch reden. Zwar wird immer wieder von nachgewiesener gesundheitlicher Unbedenklichkeit im Zusammenhang mit sogenannten Gen-Lebensmitteln gesprochen. Es ist wahrscheinlich aber mit Sicherheit nur eine mit an Sicherheit grenzende Unbedenklichkeit. Stichwort Unsicherheit. Wenn nun aber die Verbraucher keinen Appetit auf an Unsicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit haben? Gen-au: Sie greifen eben ins Bio-Regal.


Artikel vom 16.09.2009
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