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Gastronomie soll rauchfrei werden

Bundesländer wollen Ausnahmen zulassen / Spätestens am 1. Januar 2008 in Kraft


München (ke). In der Gastronomie soll es nach dem Willen der Länder bundesweit ein weitgehendes Rauchverbot geben. Die Länder wollen den Bund beauftragen, die Arbeitsstättenverordnung entsprechend zu ändern. Trotzdem haben auch die Länderchefs weiterhin Ausnahmen im Blick.

Wie nach dem Nichtrauchergipfel in Hannover bekannt gegeben wurde, einigten sich die Länder mit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und Bundesverbraucherminister Horst Seehofer darauf, das Rauchen in öffentlichen Gebäuden zu verbieten. Trotz des Vorschlages für ein weit reichendes Verbot in der Gastronomie sollen Wirte aber einen abgetrennten Raucherraum ausweisen können. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wollen zudem noch prüfen, ob sich einzelne Wirtschaften komplett zu Rauchergaststätten erklären können. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff will den Gastwirten die Wahl ermöglichen, ob sie Raucherlokale führen wollen, die dann schon am Eingang groß gekennzeichnet werden müssen.

Grundsätzlich soll das Rauchen in der Gastronomie verboten werden. Das betreffe auch Bars und Kneipen, Kinos und Diskotheken. Ausnahmen bleiben Bier-, Wein- und Festzelte. Der Beschluss wurde einstimmig getroffen. Die Verbote sollen neben der Gastronomie in Behörden, Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Theatern und Museen gelten. Verstöße gegen die geplanten Bestimmungen sollen als Ordnungswidrigkeit geahndet werden und kann – soweit im Gesetz nichts anderes festgeschrieben wird – mit bis zu 1000 Euro Bußgeld bestraft werden. Die Gesundheitsminister wollen die Vorschläge nun den Ministerpräsidenten vorlegen. Diese werden auf ihrer Konferenz am 22. März darüber beraten. Sollten sie angenommen werden, könnte das Rauchverbot spätestens am 1. Januar 2008 in Kraft treten.

Dabei haben viele Restaurant- und Cafébesitzer bereits im Vorfeld der Debatte um den Raucherschutz mit Rücksicht auf ihre Gäste individuelle Regelungen getroffen.

Konditormeister Fritz Seidl, Inhaber der Konditorei Brockmann in München/Waldtrudering stellt Nichtrauchern im ansonsten raucherfreundlichen Café einen separaten Raum mit Luftabzug zur Verfügung, der sich im Sommer zur Wasserburger Landstraße hin öffnen lässt. Kommt das Rauchverbot, könnten hier vielleicht die Raucher Asyl bekommen? Das vegetarische Restaurant und Café, das Robert Hrasky in München/Neuried neben seiner Bäckerei „Vor Ort“ betreibt, bietet seit seiner Eröffnung nur Nichtraucherplätze. In der Bäckerei-Konditorei Reis in München/Solln sind die Tische zum Garten, der im Sommer eingedeckt wird, für Raucher reserviert. Chefin Kornelia Majeron sagt, dass Raucher dies im Winter nur ungern akzeptieren, weil sie nicht abseits sitzen wollen. Die Augsburger Konditorei Spring bittet im gesamten Café mit Tischständern um Rücksicht auf Nichtraucher.


Artikel vom 01.03.2007
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