Aktuell
GVOs vor Einfuhr stoppen
Umweltminister verlangen Strategie gegen GVO-Importe
Brüssel (age). Mehrere EU-Umweltminister haben die Europäische Kommission in der vergangenen Woche aufgefordert, eine Strategie gegen den Import nicht zugelassener gentechnisch veränderter Organismen (GVO) auszuarbeiten. Die Einfuhr des Bt10-Mais im vergangenen Jahr und der Import mehrerer Genreisvarietäten – darunter der LL601 aus den Vereinigten Staaten sowie ein Bt-Reis aus China – zeigten, dass trotz der strikten EU-Gentechnikpolitik nicht zugelassene GVO in die Gemeinschaft gelangten. Weder die Kommission noch die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten verfügten über die notwendigen Instrumente, um ankommende Lieferungen wirksam auf die Anwesenheit von GVO zu testen. Die Mitgliedsländer benötigten für nicht in der Gemeinschaft zugelassene transgene Organismen einen leichteren Zugang zu Testmethoden und zu Referenzmaterial.
Unterdessen beschloss die Kommission die Einführung einer doppelten Testpflicht für US-Reis. Die Behörde reagierte damit auf die im Vergleich zum EU-Maßstab geringe Zuverlässigkeit der in den Vereinigten Staaten durchgeführten Tests.
Nach Angaben der Kommission beträgt die Nachweisgrenze bei den in der Gemeinschaft verwendeten Tests 0,01 Prozent , während sie bei den US-Testverfahren bei 0,1 Prozent liege. Außerdem sei die Testdichte in der Gemeinschaft achtmal höher als in den Vereinigten Staaten. Trotz mehrwöchiger Verhandlungen war es der Kommission nicht gelungen, sich mit den amerikanischen Behörden auf ein einheitliches Vorgehen beim Ziehen der Stichproben und beim Testen zu verständigen. Die Kosten für die Tests müssen von den Exporteuren getragen werden. In der Praxis hat die doppelte Testpflicht nur geringe Auswirkungen. Seit der Einführung der Zertifizierungspflicht Ende August dieses Jahres sind die Reisimporte aus den USA praktisch zum Erliegen gekommen.
Bis dahin exportierten die Vereinigten Staaten jeden Monat rund 20.000 t in die Gemeinschaft.
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