Trends & Märkte
Functional Food boomt
Der teure Zusatznutzen ist oft nicht erwiesen
Frankfurt (kke). So genannte probiotische Lebensmittel werden heute von bis zu 40 Prozent aller Haushalte gekauft. Das hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg ermittelt. Ernährungsbewusste Verbraucher greifen schon beim Frühstück zu probiotischem Joghurt, Omega-3-Fettsäure-Brot, spezieller Pflanzenmargarine, angereichertem Brotaufstrich, mineralisiertem Fruchtsaftgetränk oder vitaminreichem ACE-Saft. Diese Lebensmittel sollen die Darmflora verbessern, Abwehrkräfte stärken, Cholesterin senken, oder gar die Knochenstärke erhöhen. Lebensmittel mit Zusatznutzen, auch Functional Food genannt, sind der Renner im Einzelhandel, weshalb die Hersteller immer mehr Produkte anreichern.
Bei den wenigsten neuen Produkten wird eine Wirkung tatsächlich getestet. Bei manchen Lebensmitteln sind die Ergänzungen gar zweifelhaft, etwa wenn Süßigkeiten für Kinder mit Vitaminen angereichert werden. Eines allerdings haben alle Functional-Food-Produkte gemein: Sie kosten bis zu 30 Prozent mehr als herkömmliche Nahrungsmittel.
Mit probiotischen Joghurts, denen zur besseren Verdauung spezielle Darmbakterien zugesetzt wurden, hat das Geschäft vor gut zehn Jahren begonnen. Lag der Marktanteil für funktionelle Lebensmittel in Deutschland im Jahr 2002 noch bei etwa 1,7 Prozent, erwartet das Institut für Betriebswirtschaftslehre der TU München/Weihenstephan bis 2010 einen Anteil von bis zu vier Prozent.
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