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Fraktionen nicht einig

Modell der Nährwertkennzeichnung umstritten


Berlin (age). In der Debatte um eine Regelung zur Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln sind sowohl Koalition als auch Opposition gespalten.

Das zeigte die Beratung eines Antrags der Bündnisgrünen am Donnerstag letzter Woche im Deutschen Bundestag. Danach hätte die Bundesregierung aufgefordert werden sollen, „zeitnah eine unternehmensübergreifende, verbraucherfreundliche Kennzeichnung auf Lebensmitteln verbindlich vorzuschreiben, die wie die Ampelkennzeichnung der britischen Lebensmittelbehörde klar und einfach vermittelt, welchen Beitrag das Lebensmittel zu einer gesunden Ernährung leisten kann“. Der Bundestag wies dies mit den Stimmen von Union, SPD und FDP zurück, allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Während der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann, Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer für das von ihm favorisierte Modell einer freiwilligen Kennzeichnungsregelung den Rücken stärkte, kritisierte die SPD-Abgeordnete Marlies Volkmar dieses Vorhaben als zu kompliziert und forderte eine „transparente“ Kennzeichnung mit Nennung der „Big 8“ . Die Ablehnung des Grünen-Antrags begründete Volkmar damit, dass der Forderung die europäische Perspektive fehle. Staatssekretär Dr. Gerd Müller vom Bundeslandwirtschaftsministerium unterstrich, die Eigenverantwortung der Konsumenten sollte im Vordergrund stehen. Die Ampel habe bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln nicht funktioniert, sagte Müller. Dem widersprach die verbraucherpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Ulrike Höfken. Sie verlangte die sofortige Einführung eines Ampelsystems sowie ein Verbot der Werbung für Kinderlebensmittel und des Verkaufs von Süßigkeiten an Schulen.


Artikel vom 18.03.2008
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